Endlich serienreif: Mein Geschichten-Generator

Wie könnte eine Schreibanregung aussehen, die Erzählfreude weckt und den Keim einer möglichen Geschichte bereits aufblitzen lässt? Mehrere Jahre habe ich getüftelt und getestet, bis er rund lief: mein Geschichten- Generator. Objektiv betrachtet besteht er aus je acht Karten mit Figuren, Orten, Dialogsätzen und einigen Blankokarten. Aber schon zwei oder drei Karten reichen meist aus, um der Phantasie neue Räume zu eröffnen.

Was könnte nicht alles los sein, wenn Emma (sehr klug) auf einem Friedhof jemanden sagen hört: Ich habe dich beobachtet. Oder hört sie es nicht, sagt sie es selbst? Und warum ist Emma überhaupt auf dem Friedhof? Zahlreiche Miniaturen und Kurzgeschichten, Krimis und Gedichte sind bereits durch den Generator inspiriert worden – nicht zuletzt hier auf dem Blog, wo er mehrere Monate lang  unter »Geschichten-Generator in Aktion« viel Zuspruch fand: die entstandenen Geschichten sind jeweils unter den Beiträgen, z. B. hier, nachzulesen, bzw. verlinkt und es begeistert mich, wie unterschiedlich sie sind.

Die wichtigste Generator-Regel lautet: Alles ist erlaubt! Es gibt keine falsche oder richtige Verwendung: Wer möchte, legt alle Karten offen vor sich hin und sucht sich eine oder mehrere aus. Oder lässt den Zufall entscheiden, platziert zwei oder drei Karten für ein paar Tage auf den Küchentisch und wartet, was passiert. Es wird etwas passieren …

Wer Lust hat, kann mehrere Figuren in einer Nachbarschaft ansiedeln oder sich gelegentlich im Treppenhaus begegnen lassen. Und wenn eine/r beim Auspacken der Karten die Idee für eine Geschichte hat, die nichts mit den Karten zu tun hat? Dann bloß nicht aufhalten lassen! Der Geschichten-Generator soll das Schreiben erleichtern und nicht erschweren. Deswegen darf aus den Geschichten, die von den Karten angeregt werden, auch alles (wieder) verschwinden, was auf den Karten steht … Viel wichtiger als die konkreten Figuren, Orte und Sätze ist es, mit ihrer Hilfe, den Anspruch, es „gut machen zu wollen“ zumindest vorübergehend einmal abzuschütteln – und einfach loszulegen.

Ein einziger allgemeiner Hinweis hat sich in meiner Praxis bewährt: Bring deine Figur in Schwierigkeiten! Ob sie komisch oder ernst, berührend und/oder spannend sind – Geschichten erzählen fast immer von den Schwierigkeiten, in die jemand gerät und davon, wie er oder sie versucht, da wieder herauszukommen.

Ein letztes: Seid nicht zu streng – mit Euch und dem Generator. Schreibt auf, was Euch einfällt! Alles ist erlaubt! Es muss nicht sofort alles zusammenpassen oder ein überzeugendes Ende finden. Es ist auch ganz normal, wenn der Generator am Anfang ein bisschen holpert oder vielleicht sogar mal ausgeht und Ihr nicht weiter wisst – so ist das bei neuen Erfindungen …

Seit dem 22. März 2017 kann man den Geschichten-Generator nun auch kaufen in einer von Axel Stiehler wunderbar gestalteten und handgedruckten Version (auf dem Blog  schwarzbunt gibt es Fotos vom Herstellungsprozess).

Wir haben das gebührend gefeiert und den Generator auf die Bühne gestellt und ihm die ultimative Bewährungsprobe gestellt: „Einen Roman in 60 Minuten erfinden!“– und was soll ich sagen? Er hat auch das geschafft! Wer an diesem oder einem ähnlichen Format gemeinschaftlichen Geschichtenerfindens interessiert ist, kann mir sehr gerne eine unverbindliche Anfrage senden (juttareichelt@aol.com).

Der Geschichten-Generator kostet 15 Euro und ist im und über den Logbuchladen  erhältlich:
Konsul-Smidt-Straße 8q
28217 Bremen
Tel.: 0421 . 69 19 38 41
E-Mail: info@logbuchladen.de

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