Jutta Reichelt, Schriftstellerin, Bremen, Februar 2015
Foto: Nicolai Wolff

1967 geboren und aufgewachsen in Bonn, lebe ich seit 1989 in Bremen.

Für unterschiedliche Institutionen (Universität Bremen, bremer vhs, Theater Bonn, Bremer Literaturkontor, Bremer Blaumeier-Atelier, Wilhelm-Wagenfeld-Museum  u. a. ) habe ich Schreibwerkstätten und -projekte entwickelt. Für das Literaturhaus Bremen habe ich die Entstehung zweier Schulhaus-Romane angeleitet. Hier gibt es einen Überblick über meine aktuellen Kursangebote.

Und was mache ich, wenn ich gerade nicht mit dem Schreiben anderer beschäftigt bin?

Weit fortgeschritten ist die Arbeit an meinem Text über Lebensgeschichtslosigkeit. Ich erzähle darin von  Menschen, die nicht so wie andere über eine Lebensgeschichte verfügen – aus ganz unterschiedlichen Gründen: weil sie sich über zentrale Aspekte ihres Lebens geirrt haben oder nicht (genau) wissen, was ihnen widerfahren ist, weil sie ihren Erinnerungen nicht trauen oder weil ihnen das, was sie erlebt haben, keine vernünftige Erklärung zu sein scheint für die Schwierigkeiten, in denen sie stecken. Ich erzähle von Menschen, die keine Auskunft über sich geben können – und nutze dabei den Umstand, dass ich selbst so jemand bin. Ich freue mich sehr, dass ich für die noch ausstehenden Arbeiten an diesem Text im Herbst 2020 das erstmals vom Bremer Senator für Kultur vergebene  Literatur-Projekt-Stipendium erhalten habe. Ein Auszug aus dem Text und die Begründung der Jury findet sich auf den Seiten des Bremer Literaturkontors.

Wie erzählen wir von unserem Leben oder von dem anderer? Die Unterschiedlichkeit von Lebensgeschichten steht auch im Zentrum eines anderen Buch-Projektes: Blaumeier oder der Möglichkeitssinn ist ein Buch über 22 Künstler:innen des Bremer Blaumeier-Ateliers und gerade erschienen. Wer einen Eindruck von den Texten bekommen möchte („Einfühlsam, frei von Bevormundung und übrigens auch höchst unterhaltsam“ Jan-Paul Koopmann in der taz), kann sie sich  hier kostenlos von mir vorlesen lassen.

2015 ist bei Klöpfer & Meyer mein Roman „Wiederholte Verdächtigungen“ erschienen. Hier gibt es eine Leseprobe. 2014 erschien im Bremer Logbuchverlag das Heft „Es wäre schön“ mit vier aktuellen Erzählungen.

Die 2. Auflage des von mir entwickelten und von Axel Stiehler gestalteten und gedruckten Geschichtengenerators ist in ausgewählten Buchhandlungen erhältlich (z. B. in Bremen im Logbuch, in Zürich bei Duplikat, kann aber auch bei mir bestellt werden (juttareichelt@aol.com).

Für den Podcast Schreibgespräche habe ich ein sehr schönes Gespräch (30 Min.) mit Katharina Mild geführt. Wer sich für mich und mein Schreiben interessiert, erfährt (glaube ich) recht unterhaltsam und kurzweilig, was mir wichtig ist und was mich umtreibt.