Über mich

Jutta Reichelt, Schriftstellerin, Bremen, Februar 2015

1967 geboren und aufgewachsen in Bonn, lebe ich seit 1989 in Bremen.

2015 ist bei Klöpfer & Meyer mein Roman „Wiederholte Verdächtigungen“ erschienen. Hier gibt es eine Leseprobe.

2014 erschien im Bremer Logbuchverlag das Heft „Es wäre schön“ mit vier aktuellen Erzählungen.

Herta Müller hielt die Laudatio, als ich 2001 den Würth-Literatur-Preis erhielt. 2007 erschien mein Kurzgeschichtenband „Zufälle“, 2008 der Roman „Nebenfolgen“ im Hamburger Heinrich-Verlag. Im gleichen Jahr wurde ich mit dem Preis der Jury des X. Irseer Pegasus ausgezeichnet.

Die 2. Auflage des von mir entwickelten und von Axel Stiehler gestalteten und gedruckten Geschichtengenerators ist in ausgewählten Buchhandlungen erhältlich (z. B. in Bremen im Logbuch, in Zürich bei Duplikat, kann aber auch bei mir bestellt werden.

Für unterschiedliche Institutionen (Universität Bremen, bremer vhs, Theater Bonn, Bremer Literaturkontor, Bremer Blaumeier-Atelier, Wilhelm-Wagenfeld-Museum  u. a. ) habe ich Schreibwerkstätten und -projekte entwickelt. Für das Literaturhaus Bremen habe ich die Entstehung zweier Schulhaus-Romane angeleitet. Hier gibt es einen Überblick über meine aktuellen Kursangebote.

Und was mache ich, wenn ich gerade nicht mit dem Schreiben anderer beschäftigt bin?

Fast beendet habe ich die Arbeit an einem Text über Lebensgeschichtslosigkeit. Ich erzähle darin von  Menschen, die nicht so wie andere über eine Lebensgeschichte verfügen – aus ganz unterschiedlichen Gründen: weil sie sich über zentrale Aspekte ihres Lebens geirrt haben oder nicht (genau) wissen, was ihnen widerfahren ist, weil sie ihren Erinnerungen nicht trauen oder weil ihnen das, was sie erlebt haben, keine vernünftige Erklärung zu sein scheint für die Schwierigkeiten, in denen sie stecken. Ich erzähle von Menschen, die keine Auskunft über sich geben können – und nutze dabei den Umstand, dass ich selbst so jemand bin. Oder war? Wie ich meine Lebensgeschichte (er)fand: Über das Erzählen, Traumata und #Metoo ist der Arbeitstitel des Textes.

Wie erzählen wir von unserem Leben oder von dem anderer? Die Unterschiedlichkeit von Lebensgeschichten steht auch im Zentrum eines anderen Projektes, das unmittelbar vor der Fertigstellung steht: Blaumeier oder der Möglichkeitssinn ist ein Buch über 22 Künstler:innen des Bremer Blaumeier-Ateliers. Über die Entstehung dieses Buches schreibt Karolin Oesker im Vorwort:

„Stellen wir doch ein Zehntel dieser Menschen (die regelmäßig ins Atelier kommen J. R.) vor, haben wir gedacht. Die Fotogruppe, die es nach einer Unterbrechung unter der neuen Leitung von Franziska von den Driesch und Wiebke Emmerich wieder gibt, könnte die Fotos machen, und die Schriftstellerin Jutta Reichelt, die selbst viele Jahre bei Blaumeier Theater gespielt hat, Portraits schreiben. Links die Fotos und rechts die Texte. So war es gedacht. Aber dann hat es sich zum Glück anders entwickelt. Es war ja auch eine seltsame Idee: Von der Unterschiedlichkeit der Menschen mit den immer gleichen Foto- und Textformaten zu erzählen. Jetzt ist alles immer anders: die Anzahl und Größe der Bilder und wie direkt oder indirekt, wie umfassend oder ausschnitthaft, wie eindeutig oder rätselhaft sie von den Menschen erzählen, die hier vorgestellt werden. Manchmal ist die Verbindung zwischen den Menschen und den Fotos, den Texten, die von ihnen inspiriert wurden, sehr lose, manchmal sind es fast klassische Portraits.“

Eigentlich sollte das Buch am 18. April erscheinen – innerhalb einer Fotoausstellung in der Unteren Rathaushalle. Zum Glück fällt sie nicht, wie so vieles in diesen Wochen, einfach aus, sondern wird verschoben: Wir hoffen jetzt auf den 20. Oktober 2020! Und wir hoffen, dass wir mit dem Buch und/oder der Ausstellung danach noch ein bisschen durch die Republik reisen können. Wer also interessiert ist an den Themen, die in diesem Buch im Mittelpunkt stehen (Kunst und kreative Prozesse; Behinderungen und Inklusion; (Stereotype) Erzählungen und wie wir ihnen entkommen) und an weiteren Informationen interessiert ist, der sende mir sehr gerne eine kurze Email (juttareichelt@aol.com).

10 Kommentare

  1. Hallo Jutta,
    ich habe „Happy End und Anspruchsvolle Literatur“ eingegeben im Google … und so bin ich auf deinen Blog gekommen. Doch nicht nur dieser Text gefällt, inspiriert, auch die Schreibtipps und – generell – die Idee, einen BLOG über „Das (literarische) Schreiben“ zu erstellen. Warum nicht? Der Austausch mit anderen…. über einen eigenen BLOG… ja, warum nicht!
    Als Leserin erkenne ich in deinem BLOG eine kleine, feine Parklücke, zum Nachdenken, Innehalten.

    Vor 4 Wochen habe ich mich bei der Akademie Modernes Schreiben für einen Kurs HUMOR angemeldet. Es war recht spontan. Die Aufgaben in dem Kurs hätte ich mir selbst nicht gestellt. Das ist gut! Ich war so frech und habe alles in den Roman, an dem ich schreibe, eingearbeitet.
    Ich denke, eines fügt sich zum anderen. Manchmal sind es auch Begegnungen. Aber ich möchte das Schreiben nicht von Menschen abhängig machen. Klar, es ist schön, feed back zu bekommen.

    PS Mir gefällt dein Schreibstil. Dein Roman hat interessante Rezensionen bekommen.
    Danke, für den BLOG

    1. Lieber John, das freut mich sehr – mich hat die Vielfältigkeit der Themen und „Luftigkeit“ der Gestaltung deines Blogs sehr angesprochen! Herzliche Grüße – und vielleicht ja bis bald!

        1. Lieber John, das ist dir wirklich sehr gut und auch optisch ansprechend gelungen, dass man sich gut zurecht findet – ich bin damit bei meinem Blog noch nicht so richtig zufrieden, aber mir fehlt im Moment die Zeit und ein bisschen auch die Idee, wie ich es anders/besser machen könnte…

  2. Dein Blog lädt zum Stöbern und Verweilen ein!
    Danke auch für deinen Besuch auf meinem Blog, der noch im Entstehen ist. Habe mich sehr über das erste Sternchen gefreut und dann noch von so einem interessanten Absender! Herzlichen Gruß von der Bewohnerin des Haus aus Papier 😉

Ich freue mich über Kommentare!

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