Müssen wir die Geschichten, die wir erfinden nur „freilegen“?

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Vielen Menschen ist zunächst nicht klar, wie ungeheuer komplex das Schreiben von Geschichten ist und mit welchen, sehr unterschiedlichen, Herausforderungen wir es dabei zu tun haben. Bilder können helfen, die unterschiedlichen Phasen des Schreibprozesses zu veranschaulichen. Ein solches Bild ist die Sackgasse, über die ich kürzlich schrieb. In einem anderen Bild sind Geschichten etwas, das wir „freilegen“ müssen. „Nur“ freilegen müssen. „Eigentlich“ sind sie schon da, existieren bereits irgendwo (vielleicht in den hinteren Ecken unseres Gehirns oder den tieferen Schichten unseres Unbewussten) und unsere Aufgabe besteht darin, „nur“ in die richtige Richtung zu graben, um die Geschichte, einer Goldmine ähnlich, freizulegen.

Manchmal kommt mir die Entwicklung von Texten – gerade rückblickend – genau so vor: Es gab eine Idee, die sich in unterschiedliche Richtungen hätte entwickeln können, die vollkommen unterschiedliche Verläufe hätte annehmen können und von denen ich einige ausprobieren musste, um zu erkennen, welche Geschichte ich denn „eigentlich“ erzählen möchte.

Und dann erlebe ich aber auch bei mir und anderen, dass dieses Bild dazu verführt, Goldminen auch an Stellen zu vermuten, auf die der Wind nur ein bisschen Goldstaub getragen hat; an Ideen für Geschichten festzuhalten, die sich einfach nicht in Bewegung bringen lassen …

Wie sind Eure Erfahrungen? Welche Bilder habt Ihr im Kopf, wenn Ihr an das Entwickeln von Geschichten denkt? Welche Vorstellungen helfen Euch weiter?

Von ersten ikonografischen Cover-Verwendungen ist zu berichten …

Vor 100 Tagen ist mein neuer Roman „Wiederholte Verdächtigungen“ bei Klöpfer & Meyer erschienen und das scheint mir ein guter Anlass zu sein, um auf diese erste ikonografische Cover-Verwendung hinzuweisen, die mich vor wenigen Tagen erreicht hat und die von Renate Grolewsky aus Bremen angefertigt wurde:

Cover Variation Renate Grolewskycover_wv

Ich würde mich ganz außerordentlich freuen, wenn dieses schöne Bild (vielen Dank, dass ich es hier verwenden darf, liebe Renate!) zur Nachahmung anregen würde! Schickt mir sehr gerne Fotos von Bildern, die das Motiv des Covers aufnehmen, variieren, die einen losen Zusammenhang dazu herstellen oder auch von schönen oder originellen Orten, an die es das Buch verschlagen hat – (fast) alles ist möglich!