„Handbuch für Autoren“: Informativer als ein Messebesuch!

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Informativer als ein Messebesuch könnte dieses von Sandra Uschtrin herausgegebene „Handbuch für Autorinnen und Autoren“ (8. Auflage, 2015) für all diejenigen sein, die von einer Buchveröffentlichung oder einer Autorenkarriere träumen, denn es enthält auf ca. 700 Seiten eine unglaubliche Fülle an Informationen zu Verlagen und der Verlagssuche, Literaturzeitschriften, Agenturen, literarischen Netzwerken und Infobörsen und zu allem, was gemeinhin unter „Selfpublishing“ zusammengefasst wird.

Das ist viel, könnte man denken, aber es ist noch längst nicht alles. Weitere (umfangreiche) Kapitel widmen sich den Themen „Aus- und Fortbildung für SchriftstellerInnen“, „Der Heftroman und wie man ihn verkauft“, „Schreiben fürs Theater“, „Hörspiele schreiben und produzieren“, Drehbuchschreiben“, „Geld verdienen mit literarischen Dienstleistungen“ und „Recht und Soziales“.

Nun lässt sich ein Inhaltsverzeichnis rasch mit interessanten Themen füllen, was mich bei jeder neuen Ausgabe verblüfft, ist die hohe Qualität und Vielfalt der Beiträge zu den einzelnen Themen. Denn in diesem Handbuch findet man nicht nur zahlreiche informative Auflistungen (von Verlagen, nach Genre unterteilt, oder Agenturen oder Fortbildungseinrichtungen oder oder oder), sondern auch Intervies mit oder Beiträge von ExpertInnen zu den jeweiligen Themen. Allein die Auswahl dieser ExpertInnen zeigt, welchen Erfahrungsschatz Sandra Uschtrin in 30 Jahren „Handbuchmachens“ angehäuft hat. Einer meiner Lieblingsartikel: „Warum so viele Lyrikmanuskripte abgelehnt werden“.

Gibt es denn gar nichts zu kritisieren? Doch. Als Bloggerin kommt mir gerade dieses Thema etwas kurz und die Liste der „Rezensionsblogs“ ist reichlich „mainstreamlastig“. Auch bei den (allgemeinen) Exposé-Empfehlungen fehlt mir ein Hinweis, dass bei „literarischer Prosa“ manche Selbstverständlichkeit aus dem Mainstream- oder Genre-Bereich bei den EmpfängerInnen u. U. für Befremden sorgen könnte („Hauptfigur, Gegenspieler, Konflikt“).

Dennoch: Obwohl ich, wenn es ums Schreiben geht, allgemeine Aussagen oder Regeln vermeide, wo ich nur kann, mache ich hier eine Ausnahme: Dieses „Handbuch für AutorInnen und Autoren“ gehört in jedes AutorInnen-Regal! Und wen die Ausgabe von 54,90 Euro schreckt, dem sei versichert, dass es auch diesen Preis nicht nur wert ist, sondern oft vermutlich locker wieder „einspielt“, weil es viel Lebenszeit erspart. Lebenszeit, die wir sonst mit aufwändigen Recherchen verbrächten oder auch vergeblichen Schritten oder Bemühungen auf dem Weg zur (erfolgreicheren) Autorin, zum erfolgreichen Autor. Dieses Handbuch vermittelt einen realistischen Eindruck, wie weit und mühsam der Weg zum Buch in aller Regel ist und gibt gleichzeitig eine Orientierung, wie er zum Ziel führen kann. Wer nun gerade aber richtig klamm ist, könnte sich einen gemütlichen Nachmittag in der Stadtbibliothek machen. Die haben es nicht? Dann gilt auch für dieses Buch: unbedingt einen Kaufantrag stellen (alle Bibliotheken sehen diese Möglichkeit vor und reagieren oft verblüffend schnell auf solche Vorschläge)!

Sandra Uschtrin (Hg.): Handbuch für Autorinnen und Autoren. (8. Auflage) 2015

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten: www.handbuch-fuer-autoren.de

9 Comments

    1. Bestimmt bist du gelegentlich in einer Bibliothek, die es besitzt und kannst mal einen Blick reinwerfen.Ich glaube, man kann schnell feststellen, ob es sich für eine/n lohnt. Bei dir ist es ja gleich doppelt speziell, du bist Künstlerin und hast ja schon einen großen Verlag … Herzliche Grüße!

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    1. Sehr gerne! Und wie gesagt: Ich würde versuchen, es in einer Bibliothek in die Hand zu bekommen und ein bisschen darin zu stöbern. Dass es in der Federwelt häufige Erwähnung findet, liegt vermutlich auch daran, dass die Federwelt aus dem selben (Verlags)-Haus kommt 😉 Herzliche Grüße und einen schönen Tag!

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  1. Wie das so ist mit solchen Handbüchern, man braucht nicht jedes Kapitel, aber für mich blieben viele lesenswerte Kapitel übrig. Gut ist auch, dass hier Informationen gesammelt wurden, die man sich sonst mühsam erschließen müsste.

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    1. Lieber Manfred, vielen Dank für diese Hinweise! Man denkt ja heutzutage oft, dass es ein leichtes sei, Informationen im Netz zusammenzutragen und oft stimmt das auch, aber manchmal sucht man doch auch sehr lange, weil es die wirklich aktuelle Übersicht über seriöse Agenturen und ihre Vermittlungsschwerpunkte dann doch nicht gibt und man sich durch viele, viele Seiten selbst „durchklicken“ muss.
      Und auch deinem anderen Hinweis stimme ich zu: Nicht alles in einem solchen Handbuch (ist zum Glück!) für einen selbst von Interesse – aber ich mache auch immer wieder die Erfahrung, dass ich mich dann doch auch bei Themen festlese, die mich „eigentlich“ nicht interessieren … Schöne Grüße!

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