(20) Notiere eine Beobachtung einmal anders!

1. Notiere eine Beobachtung. Es geht nicht um das Üben detaillierter Beschreibungen, sondern darum, aus der unendlichen Fülle des uns umgebenden Geschehens, etwas willkürlich herauszugreifen. Beschreibe so knapp oder so umfangreich, wie es dir gerade gefällt.

2. Notiere eine zweite, eine fünfte, eine neunte Beobachtung. (Erstelle eine Liste und nummeriere die Beobachtungen!)

3. Beschreibe eine Situation, in der es dir gefiele, etwas in ein Notizbuch zu schreiben. Wo wärest du, was würde sich ereignen, was für eine Figur wärest du?

4. Schreibe einen beliebigen Text, in dem das Wort „Notizbuch“ auf möglichst beiläufige Weise auftaucht.

5. Notiere eine Beobachtung. Notiere sie anders.

Erfinde eine Figur! (2)

Wenn ich mich für eine Schreib-Aufforderung entscheiden müsste, wäre es „Erfinde eine Figur!“ „Erfinde eine Figur!“ ist sowohl ein wunderbarer Einstieg für Menschen, die schon länger keine Geschichten oder literarischen Texte mehr geschrieben haben (oder noch nie!), wie auch für solche, die zwar über Schreibpraxis verfügen, denen es aber gerade kurzfristig an Ideen mangelt.

Manchmal ist sofort eine Figur „da“, sobald wir darüber nachdenken, aber wir können sie auch ganz langsam und vorsichtig umkreisen: Ist es eher ein Mann oder eine Frau? Jünger oder älter? Wo könnte sie wohnen? Allein oder in einer Beziehung? Ist sie zufrieden damit, wie sie lebt? Und wenn ja, wo könnte dann der Keim einer Unzufriedenheit lauern, den wir ihr zwar gerne ersparen würden, auf den wir aber zum Geschichtenerzählen kaum verzichten können. Oder wird ihre Zufriedenheit, gar ihr Glück von außen bedroht? Wenn diese Fragen  zu „groß“ werden und die Freude am Schreiben, am „Rumspielen“ zu nehmen drohen, hilft es vermutlich wieder auf die ganz konkrete Ebene zu wechseln: Wen gibt es in der Nähe dieser Figur? Und was für Gegenstände (vielleicht könnte ein besonderer darunter sein?) Gibt es Geheimnisse, Peinlichkeiten, Besorgnisse? Wie sehen die Schuhe aus oder putzt sie gerne? Aber warum mag sie den Keller nicht betreten?

Ich bin überzeugt, dass wer eine Zeitlang Figuren sammelt (und möglichst in der selben Datei oder im selben Notizbuch wohnen lässt), nahezu unweigerlich auch auf Geschichten „stößt“. Nicht als etwas Vollständiges mit Spannungsbogen und funktionierendem Anfang und Ende, aber vielleicht in Form von „Szenen“, mit denen man experimentieren – und vor allem anfangen könnte.

Weil ich neuerdings auch bei Twitter zu finden bin und mich die Frage reizt: Was ist möglich, was entsteht an Ideen in diesem 140 Zeichen-Format, habe ich auch ein paar #Figuren in die Welt gesetzt. Wer Lust hat, kann sich auch sehr gerne davon inspirieren lassen:

„Sie traut sich nicht, ihre Geschichten zu erzählen. Nicht einmal sich selbst.“

„Eine fixe Idee von ihr: Abhauen!“

„Die schlechte Luft hatte beide nach draußen getrieben. Da standen sie dann umgeben von Rauchern – so kamen sie ins Gespräch.“

Wer Lust hat mitzumachen, schreibt auf, welche Figuren oder Geschichten oder Ideen für Geschichten ihm oder ihr in den Sinn kommt: in das Kommentarfenster oder auf den eigenen Blog, ins Tagebuch oder mir per E-Mail (und ich stelle es hier ein). Ich freue mich auf Eure Ideen, Fragen und Anmerkungen!

Notiere eine Beobachtung einmal anders!

1. Notiere eine Beobachtung. Es geht dabei einmal nicht um das Üben detaillierter Beschreibungen, sondern darum, aus der unendlichen Fülle des uns umgebenden Geschehens, etwas willkürlich herauszugreifen. Beschreibe so knapp oder so umfangreich, wie es dir gerade in den Sinn kommt.

2. Notiere eine zweite, eine fünfte, eine neunte Beobachtung. (Nummeriere die Beobachtungen!)

3. Beschreibe eine Situation, in der es dir gefiele, etwas in ein Notizbuch zu schreiben. Wo wärest du, was würde sich ereignen, was für eine Figur wärest du?

4. Schreibe einen beliebigen Text, in dem das Wort „Notizbuch“ auf möglichst beiläufige Weise auftaucht.

5. Notiere eine Beobachtung.