(15) Geschichtengenerator in Aktion

imageIst auch der Schulhof ein literarisch unterschätzter Ort? Spontan war ich mir sicher, dass er uns im Unterschied zur Kantine, Eisdiele oder dem Supermarkt in literarischen Texten mit einer gewissen Regelmäßigkeit begegnet – aber als ich dann darüber nachzudenken begann, fiel mir kein einziger ein. Aber dass ich diese Woche den „Schulhof“ in den Mittelpunkt des Geschichten-Generators rücke, hat auch einen anderen Grund, als meine Sympathie für literarisch unterschätzte Orte: Diese Woche ist für mich eine ungewöhnliche und ungewöhnlich erfreuliche „Schulwoche“!

Zunächst war ich am Dienstag gemeinsam mit Heike Müller vom Virtuellen Literaturhaus in Bremerhaven in der Ernst-Reuter-Schule, wo ich im kommenden Schuljahr eine Klasse dabei unterstützen werde, einen sog. „Schulhausroman“ zu schreiben und dann wird am kommenden Sonntag die Preisverleihung des Geschichten-Wettbewerbs sein, der sich an 4. Klassen im Bremer Westen richtete und auf so tolle Resonanz stieß: 60 Kinder aus 5 Klassen haben 44 Geschichten geschrieben und die Jury hatte große Freude an der Lektüre der Texte!

Dass ich nicht nur in der Jury saß, sondern auch an der Planung des Wettbewerbs beteiligt war, werdet Ihr mühelos erkennen, wenn Ihr die „Ersten Sätze“ lest, die ich „gestiftet“ habe. Aus vier Möglichkeiten konnten die Schüler*innen wählen – und Ihr jetzt auch:

»Kommst du mit?«, fragt Erkan.
»Das ist ungerecht!«, sagt Anna.
»Wo sind die anderen?«, fragt Viktor.
Emma traute ihren Augen nicht. »Was war denn das?«

Diese Woche ist also wirklich mal alles möglich: Ich freue mich über Geschichten, die auf einem Schulhof spielen. Vielleicht auch nur ihren Anfang nehmen? Und über Geschichten, die mit einem der vier Sätze beginnen! Und schließlich freue ich mich über Hinweise auf bereits existierende Texte, bei denen der Schulhof eine gewisse Rolle spielt, also nicht nur mit einem kurzen Blick aus dem Lehrerzimmer gestreift wird …

56 Comments

  1. Angefangen ohne Ende, auch weil ich nicht weiß ob man Kinder heute dafür noch glaubhaft begeistern könnte und wie ich das rüberbringen könnte. Vielleicht hat jemand eine Idee wie der Ausflug weitergeht und was die Klasse so alles erlebt.

    Und nein, keine Werbung für den Imbiss, mir fiel der LKW ein weil mein Stiefvater ein Bild im Flur hängen hat von dem, den er in den 80er Jahren gefahren hat.

    ***

    Im Hinterhof stand ein LKW. Der war vorne rot und hinten weiß und auf dem weißen war ein BigMac und oben drüber stand Mhhhhhh…. In der Ecke war noch ein Mcdonald’s-Logo.

    Peter versuchte zu lesen was darunter stand, aber Lukas war schneller: „Das et-was ander-re Res-tau-rant.“

    Herr Müller erklärte, dass die McDonald’s-Autos früher so ausgesehen hatten. Und das hier, diesen Laster, den hätte früher sein Bruder gefahren. Der hieß auch Peter.

    Gestern nach der Pause hatte Herr Müller der Klasse gesagt, sie sollten ihre Jacken mitnehmen, der Unterricht würde draußen stattfinden, sie könnten auf dem Schulhofboden auf den Jacken sitzen. Die blöde Charlotte hatte deshalb geheult. Also die Charlotte, die immer mit dem dicken Auto gebracht wurde und nur Bio-Sachen essen durfte. Die anderen Charlottes hatten ihre Jacken genommen und keinen Aufstand gemacht.

    Draußen hatte Herr Müller eine Umzugskiste auf den Hofboden gestellt und gefragt „Wer will auspacken?“

    Marlon und Aydin hatten sich gemeldet. Friederike hatte die Kiste aufgehalten.

    In der Kiste waren große Plastikschiffe in rot und blau und grün und blaue, rote und weiße Plastikufos mit Aufklebern drauf. Peter und andere erkannten den McDonald’s-Clown. Dann war da noch ein Hamburger mit blauer Uniform und ein Verbrecher im geringelten Anzug auf den Stickern.

    Herr Müller sagte, darin seien früher, vor dreißig oder noch mehr Jahren, die HappyMeals verkauft worden. Und dass die früher JuniorTüten geheißen hätten und erst auch wirklich in Tüten verkauft worden wären, nicht in diesen Pappdingern. Die großen Burger, die BigMacs zum Beispiel, gab es damals auch noch in einer Styroporpackung, damit sie länger warm blieben.

    Zuerst hatte das keinen richtig interessiert. Dann hatte Herr Müller erzählt, dass sie morgen, also heute, einen Ausflug machen würden. Sein Bruder hatte nämlich eine Firma, eine Spedition, mit LKWs und im Hof dieser Spedition stünde heute noch ein Laster mit dem er, also Peter Müller, früher, vor über dreißig Jahren, als die Eltern der Kinder in der Klasse Kinder gewesen waren, Sachen zu McDonald’s gefahren hatte. Der sähe noch genau so aus. Und das könnten sie sich angucken.

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      1. Ich kann mich erinnern, dass mein Vater andauernd hinging und mit einem Tablett voller Styroporschachteln da saß, das war Mitte der Achtziger fast jede Woche. Das war das eigentlich bemerkenswerte: wie jemand fünf oder sechs BigMac hintereinander essen kann, die kamen mir als kleines Kind riesengroß vor. Obendrauf war dann oft noch so ein Ufo für mich. Da waren Pommes und ein Hamburger drin, ich weiß noch, dass ich mehrere davon hatte. Da wusste ich natürlich noch nicht, dass meine Mutter 20 Jahre später einen heiraten würde, der die Lastautos gefahren hatte. Irgendwann musste er damit mal nach Berlin und durch die DDR. Aber das ist eine eigene Geschichte (die ich nicht kenne, er hat das nur mal erwähnt)

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  2. ich habe hier noch ein paar Abschnitte aus einem 11 Jahre zurückliegenden Romanprojekt, in dem der Schulhof eine gewisse Rolle spielt.

    (….)
    Später hatte sie dann neben dem Organisten auf der glatten hölzernen Bank gesessen und ihm geholfen, die Register zu ziehen und die Seiten des Notenblatts umzuwenden. Der sympathische, ältere Herr gab ihr kostenlos Unterricht, und da sie seit frühester Kindheit auf Mutters Flügel spielen durfte, machte sie schnelle Fortschritte. Sie übte mit Inbrunst die Präludien frommer Choräle ein, und wenn sie gelegentlich den Gesang der Gemeinde begleiten durfte, fühlte sie sich gehoben und fast schon erwachsen. Nur, dass dieser nette Herr sich allzu nah neben sie setzte, auch den Arm um sie legte, um die Noten besser verfolgen zu können, machte sie verlegen. Als er sie eines Tages – sie arbeitete gerade eifrig an Buxtehudes Präludium „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ – an sich presste und zu küssen versuchte, sprang sie entsetzt und über und über rot auf. In der heiligen Kirche? Welch ein Sakrileg! Gott würde sie und ihn bestrafen.
    Gise, schockiert, mied eine Zeitlang Kirche und Orgelspiel. Doch etwas hatte sich in ihr bewegt. In der Schule tuschelten die Mädchen, und die Jungen gaben mit ihren Eroberungen an. Auch sie sehnte sich nach Zärtlichkeit, nach Spiel und Flirt, aber ihr fehlte die Unbefangenheit der anderen. In der Tanzstunde blieb sie, schon wegen ihrer ungewöhnlichen Körpergröße, meistens sitzen. So rank un slank as ne Bohnenstang, sangen die Mitschüler hinter ihr her. Um ihre Verletztheit zu verbergen, gewöhnte sie sich ein überlegenes Lächeln an, das auf die noch unsicheren Knaben ihres Alters entmutigend wirkte. Sollte es auch! Trotzig zog sie sich zurück. Sie war sich sowieso zu schade für die Bauerntrottel!
    Sie steckte ihr schönes braunes Haar in strengen Flechten um den Kopf, bevorzugte hochgeschlossene Blusen und weite Pullover und begann wieder Orgel zu spielen, nachdem sie sich vom Pastor den Kirchenschlüssel erbeten hatte. ….

    (…..)

    Um ein geringes Taschengeld spielte sie auch im Altenheim. Auf schlecht gestimmtem Harmonium intonierte sie Choräle und begleitete die Greisinnen, die, angeführt und ermuntert von der kräftigen sonoren Stimme des Pastors, ihre schwach gewordenen Stimmen ertönen ließen: Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen.

    Der Pastor war es dann, der ihre Burg eroberte. Eines Tages stand er hinter ihr auf der Orgelempore. Sie hatte ihn nicht kommen hören, doch fühlte sie seine Blicke in ihrem Nacken. Verwirrt ließ sie ihre schönen kräftigen Hände auf den Tasten ruhen und begann zögernd wieder zu spielen, als er sie aufforderte: „Lass dich nicht stören, ich hör dir so gern beim Spielen zu.“
    (……Es folgt die Geschichte der Verführung)

    Auf dem Boot passierte „es“ dann. Er streichelte und liebkoste sie, legte sie auf die Ruderbank, entblößte sich, drang hart in sie ein, es schmerzte und blutete, sie weinte, während er sich abwandte, das gebrauchte Präservativ ins Schilf warf und seine Hosen hochzog. Verstört wankte sie heim. War das nun „die Liebe“?
    Danach wurde die Warterei ganz unerträglich, eine Art Raserei hatte sie ergriffen. Wütend und wild wurde ihre Musik, ihr Gesicht blass und verschlossen. Sie wollte ständig mit ihm zusammen sein und fürchtete sich zugleich davor. Sie fühlte sich verworfen. Schuldgefühle quälten sie. Doch alle mühsam gefassten Vorsätze, die Beziehung zu beenden, waren wie weggeblasen, wenn sie erzitternd seine Schritte im leeren Kirchenraum widerhallen hörte, wenn sie ihn hinter sich spürte, wenn er seine Hand auf sie legte. Ja, es brauchte nur jemand nebenbei seinen Namen zu erwähnen, und sie konnte ihre Erregung kaum verbergen. Er hatte ihren schlanken mädchenhaften Körper und ihre überwältigte Seele völlig in Besitz genommen.

    Die Schule wurde zur Qual. Wie sollte sie sich auf den Unterricht konzentrieren, wenn ihr Herz und ihr Leib brannten! Und niemandem, niemandem konnte sie sich anvertrauen!
    Eines Tages kam aus heiterem Himmel der schreckliche Schlag: eine Mitschülerin scharte die Mädchen ihrer Klasse um sich und berichtete flüsternd, der Pastor habe sich ihr unzüchtig genähert. Gekicher erst, prustendes Gelächter dann, schließlich hysterisches Gekreisch der Mädchen, die immer mehr Einzelheiten zu hören verlangten. Gises Verstörung fiel niemandem auf, sie war ja eine bekannt prüde Zicke. Sie zog sich leise zurück, fuhr benommen nach Haus, verkroch sich ins Bett, behauptete, krank zu sein. Demütigung und Begierde verbrannten sie in einer Doppelflamme, sie wurde wirklich krank. Sie wollte niemanden sehen, nicht einmal die Zwillinge. Sie konnte nichts einklagen, das war ihr klar. Wohin sollte sie sich wenden? Wohin fliehen?
    Nach zwei Wochen erklärte sie mit starrem Gesicht, nun wieder zur Schule gehen zu wollen. Sie lernte verbissen fürs Abitur. Danach wollte sie weg, nur weg von hier. Sie machte das Abitur und schrieb sich im Hamburger Konservatorium ein.
    Da starb plötzlich der Vater. Ihre zurückgehaltenen Tränen hatten nun einen Ausweg. In der Nacht weinte sie und am Tag sorgte sie für die Mutter, die einen Nervenzusammenbruch hatte, von dem sie sich nie mehr ganz erholte. (….)

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      1. Herzlichen Dank für dein Interesse! Da es außer dieser Gise fünf andere Protagonisten gibt (4 Geschwister, Mutter) und die Geschichte durch mehrere Städte und viele Mythen führt, wurden 700 Seiten, alle in einem Jahr geschrieben. Dann kam es, wie es kommen musste: Ich begann zu überarbeiten, blieb immer im ersten Kapitel stecken, und anstatt kürzer wurde das Manuskript länger. Seither gehen die Figuren mir im Kopf herum und verlangen, dass ich mich mit ihnen befasse. Meistens winke ich ab und sage ihnen: ihr seid nun schon zu lange in der Mottenkiste, die Aufarbeitung überfordert meine Kräfte. Aber manchmal hole ich sie heraus, weil ich ein schlechtes Gewissen.habe, und dann scheinen sie mir doch immer noch sehr lebendig zu sein. 😦

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          1. Da stimme ich ihr zu. Aus eigener Erfahrung, Gerda (muss für dich nicht zutreffen), der junge Herr aus meinem Romanprojekt, das 2005 im Sande verlief weil ich mich einfach übernommen hatte, da ich keine Ahnung davon hatte, wie man sich Energien einteilt, „meldet“ sich auch ab und zu nochmal bei mir. Dann ruft er an und möchte sein Geschichtenende zurück. (Obwohl ich genau weiß, dass ich nicht mehr reinkäme.) Solche Charaktere sind dann halt da.

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    1. Liebe Gerda, mir geht es wie hausauspapier: ich bin sehr berührt von der Not, der Einsamkeit der jungen Frau, vom Ausmaß der Demütigung, die sie empfindet und wüsste nun auch gerne mehr von dem Romanprojekt (ich weiss, dass du es früher schon erwähnt hast).

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      1. Wie. wo, kann ich dir mehr darüber schreiben? Es wäre zu viel für einen Kommentar. Übrigens hat mir meine Freundin Elke aus Lübeck ein schönes Portraitfoto von dir geschickt (sie war auf deiner Lesung und schenkt mir dein Buch zum Geburtstag 🙂 )

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        1. Liebe Gerda, deine Freundin hat sich mir freundlicherweise vorgestellt, so dass mich deine Nachricht (bis auf das Foto) nicht überrascht 😉 Was dein Romanprojekt betrifft: Jetzt erinnere ich mich, dass ich schon früher einmal die naseweise Frage gestellt hatte, ob du dir vorstellen kannst, das ganze als Material/Rohbau anzusehen und konsequent die LeserInnen- Perspektive einzunehmen (bzw. das zu versuchen, vollständig gelingt das ja nie). Sollte das der Fall sein, würde ich an deiner Stelle versuchen, dir in einem ersten Schritt eine grobe Orientierung zu verschaffen, welche Fäden du verwebt hast und wo sie sich berühren? Was ist für den Text unverzichtbar? Vielleicht sind es mehrere Romane? Ich arbeite bei meinen Texten und auch in Werkstätten viel mit dem Versuch, für einen Text und seine Struktur auf einem großen Bogen Papier eine Darstellung zu finden.
          Du kannst mir gerne wegen allgemeinerer Fragen zum Vorgehen eine Mail schicken (juttareichelt@aol.com), wenn es um konkrete Textarbeit geht, kann ich das leider nur gegen Bezahlung anbieten – ist ja halt mein Job …

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          1. Das ist eine ziemlich gute Frage – und deswegen ist sie gar nicht so leicht zu beantworten … In dieser speziellen Situation stimmt das „leider“ gleich doppelt. Einerseits, weil ich gerne in einer Welt leben würde, in der ich (einigen) Menschen gerne meine Unterstützung für ihre Schreibprojekte kostenlos anbieten würde (weil ich durch Grundeinkommen und ein paar Jobs das hätte, was ich zum Leben brauche). Und andererseits – und das ist mir selbst aber erst später durch deine Nachfrage klargeworden – hat sich das „leider“ auch in diesen Satz geschmuggelt, weil die Arbeit an umfangreichen, bereits bestehenden Projekten, grundsätzlich sehr zeitintensiv und damit „teuer“ ist im Vergleich zu Aufträgen, bei denen ich Menschen bei der Ideenfindung, Planung, bei den „ersten Schritten“ unterstütze … Und dann ist es auch immer ein bisschen eine Expedition ins Unbekannte, bei der man nicht mit Gewissheit sagen kann, ob man das Ziel erreicht …

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          2. Ja, ich verstehe, was du meinst – vor allem die Idee, Hilfe immer und jederzeit kostenlos anbieten zu können… einfach, weil es GENIAL ist, mit anderen Leuten gemeinsam auf Entdeckungsreise zu gehen 🙂 Und ich verstehe auch deinen zweiten Punkt, dass bestehende Projekte schwierig zu durchdenken sind. Hast du denn Erfahrung mit solchen Projekten? Und vielleicht auch Erfahrungs-Werte, wie wahrscheinlich das Zielerreichen ist?

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          3. Ja, ich habe Erfahrungen, aber während ich gerade in der letzten Zeit recht erfolgreich (was meine eigene Zufriedenheit und die der „AuftraggeberInnen betrifft) Menschen in ihren Schreibprozessen begleitet habe, die eher auf der Suche nach Idee und/oder Form waren, habe ich aus den erwähnten Gründen eher selten Lektoratsjobs angenommen. Wenn, dann nur von Menschen, die ich aus Kursen kannte und wo ich zum einen wusste, sie können es sich leisten, mich halbwegs angemessen zu bezahlen und ich aus der vorangegangenen Zusammenarbeit wusste (oder zuversichtlich) war, dass meine Anregungen und Rückmeldungen grundsätzlich ernsthaft erwogen und geprüft werden und sich nicht jemand allzu schnell unverstanden/kritisiert fühlt usw. … Das ist meiner Erfahrung nach SEHR entscheidend für die Frage, ob man substantiell weiterkommt … Viele Grüße!

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    1. In Wir Kinder vom Bahnhof Zoo auch nicht wirklich, das habe ich vor Kurzem erst wieder gelesen. Möglicherweise gibt es in dem Film irgendwas wo die Schule eine Rolle spielt (zuletzt vor etwa 20 Jahren gesehen), aber im Buch ist nur am Ende erwähnt, dass Christiane als sie von der Realschule auf die Hauptschule wechselt sich nur über einen Strich auf dem Hof mit ihren Freunden von der Realschule unterhalten kann.

      Ich denke, in den Schulgeschichten für Erstleser von diversen Verlagen wird man noch am Ehesten fündig, hab da jetzt aber auch kein Spezielles aus meiner Schulbibliothekszeit in Erinnerung, denn die besseren Abenteuer etc. und was die Zielgruppe Grundschüler so interessiert spielen in den Ferien, weil da einfach mehr Zeit ist um echt was zu erleben. Meiner Erinnerung nach, ich habe selbst nicht viel Aktuelles.

      Vielleicht in Jugendbüchern (irgendwo müssen die sich ja alle kennen lernen) eher, aber da habe ich mich nie eingelesen. Bei Wolfgang Herrndorf in „Tschick“ wird der Hof recht kurz abgehandelt und in dieser „Erdbeer-Reihe“ (eine Kriminal-Reihe für 13/14-jährige Mädchen) von Monika Feth (? Nachname eventuell falsch, aber ähnlich) schnappte ich zu Bibliothekarinnenzeiten mal auf, dass die Protagonistin auf einem Schulhof recherchierte. Mehr könnte ich aber nicht beitragen. Vielleicht spielt der Hof in so was wie Die Welle eine Rolle, weiß ich nicht, könnte ich mir aber vorstellen. (Wir durften das aus „ideologischen Gründen“ in der Schule nicht lesen.)

      Aber ich glaube, der Schulhof ist auch ein schwieriger Ort wenn man nicht gerade für Kinder oder Jugendliche schreibt.

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    2. Ja, es gibt eine Stelle in „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, an der erwähnt wird, dass auf dem Schulhof gedealt wird.
      Dann kommt der Schulhof im „Club der toten Dichter“ vor,
      in „Rabenliebe“ von Peter Wawerzinek, (evtl. am Rand von Becks letzter Sommer – Benedict Wells, In „Unterm Rad“ von Hesse? )bei „Hanni und Nanni“ , „Harry Potter“ … Außerdem in „Genie und Wahnsinn – das Leben des Mathematikers John Nash“, im „Nachtzug nach Lissabon“, die Stephen Hawking Verfilmung: Die Entdeckung der Unendlichkeit, und in den Filmen Loving Annabelle und ganz besonders beim „Glücksprinzip“, weil der Protagonist hier stirbt. (Bestimmt auch in Mona Lisas Lächeln und in Dangerous minds) – ja, generell Schulromane/ Schulfilme/Autobiografien eben. Das sind alle, die mir spontan eingefallen sind, deshalb bin ich mir sicher, dass es noch unzählige mehr gibt.

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      1. Stimmt – Hesse, wie konnte ich den vergessen 🙂 Und all die anderen, die Du nennst – auch tolle Bücher. Also ist der Schulhof doch nicht zu unterschätzen 🙂 Und jeder von uns weiß bestimmt auch eine persönliche Schulhofgeschichte zu erzählen – ich erinnere mich jetzt an unseren Rektor. So ein 1,90 Kerl und ziemlich viel Gewicht. Es war immer urkomisch anzusehen, wenn er in den Pausen mit wedelnden Armen auf den Schulhof rannte und schrie: „Auseinander! Auseinander!“. Damit meinte er die knutschenden Pärchen. Manchmal wurde nur deshalb geknutscht, um diesen Auftritt zu erleben 🙂 „AUSEINANDER!“

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        1. Dieser Rektor klingt doch nach einer tollen Figur für eine Geschichte 🙂 Irgendwie habe ich gar nicht so viele Pausenhofknutscher in Erinnerung …wäre schön darüber zu lesen! Hat er es denn geschafft die Pärchen auseinander zu bekommen, bzw. was passierte, wenn das Pärchen diesen Auftritt lange hinauszuzögern versuchte?

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      2. Großartig! Vielleicht vergesse ich auch einfach zu schnell zu viel 😉 Wobei ich ja auch keine wirkliche Literatur-Angaben-Sammlerin bin, sondern tatsächlich manchmal verwundert bin, warum manche Orte so oft, manche so selten verwendet werden. Was zeichnet einen Ort aus, der geeignet ist, Geschichten zu beherbergen? Mein Lieblings“unterschätzter“Ort ist und bleibt der Supermarkt 😉

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        1. „Supermarkt“, wenn ich reingrätschen darf: Ich hatte mal eine Kollegin, die gern diese Frauenromane las, „Chick Lit“ oder „freche Frauen“ oder unter was das im Laden einsortiert wird. Ich erinnere mich eines Tages auf dem Bollywood-Hype ein Buch bei ihr gesehen zu haben, das hieß „Bhindis & Brides“ oder so ähnlich und war auf englisch von einer indischen Autorin geschrieben. Das begann, ich weiß das, weil sie uns alle dran teilhaben ließ, damit, dass eine indische Frau im Supermarkt die Liebe ihres Lebens kennen lernt…

          Wir lesen vielleicht alle in der „falschen“ Richtung 😉

          Wie viele Geschichten spielen eigentlich auf dem Schaustellermarkt oder beim Spielzeugmacher? Das wären doch mal schöne Orte. Ich kenne mich leider mit den Materien nicht aus. Oder der Baustelle? Vielleicht sind da ja gar keine Typen, die nichts im Kopf, aber alles in den Armen haben und statt Wasser Bier trinken, sondern die palavern da über Goethe und mampfen Vollkornbrötchen während sie überlegen wieviel besser das wäre wenn das was sie bauen kein Luxuskomplex sondern die dringend benötigte Kita wäre.

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          1. Ich weiß von mir und anderen LeserInnen auch, dass sie es sehr schätzen, wenn ungewöhnliche oder jedenfalls nicht ständig präsente (berufliche) Hintergründe in Texten eine beiläufige Rolle spielen, wenn wir sozusagen nebenher bei der Lektüre etwas erfahren, das wir vorher nicht kannten. Daher fordere ich auch (gerade bei Romanprojekten) TN auf, ihre speziellen Kenntnisse und ihr Wissen zu nutzen … Wobei es natürlich auch da die Gefahr des „Zuviels“ gibt …

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          2. Ein Ex-Kommilitone hat mal was mit einem Eisenbahner geschrieben und ich ausgetobt, weil das sein eigentlicher Traumberuf war. Danach hatte ich zwar keine Ahnung worum es in dem Text eigentlich ging, wusste aber sämtliche technische Daten einer Diesellok…

            Wie soll ich denn das „Gefällt mir“ unter dem anderen Kommentar werten? Möchtest du die Kuh unbedingt kennenlernen? Auf eigene Verantwortung und das übliche Passwort. Dann ist bei mir drüben aber vorerst Schluss mit Fiktion.

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          3. Ich habe schon mehrere „Eisenbahner“ in Werkstätten erlebt und glaube, dass sie es mir nicht übel nehmen, wenn ich sie als ein „spezielles Völkchen“ bezeichne. Aber gerade auch da habe ich erlebt, dass dieser „Hintergrund“ den Texten einen ganz eigenen und reizvollen Charakter geben kann.
            Und was das „Gefällt mir“ betrifft, tatsächlich würde ich die „Kuh“ gerne kennenlernen – demnächst wird es bei mir auch wieder mehr Lesezeit geben …

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          4. Die Kuh ist das Ding von 2008 und steht hinter Passwort und es waren schon einige Leute da. Richtig kennen lernen kann man sie, fürchte ich, aus dem kurzen Stück Text nicht. (Ist auch ganz gut so, die Madame ist ziemlich penetrant.) 😉

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  3. Ich habe gestern ursprünglich weil ich was anderes suchte nochmal meine Archive durchsucht. Ich hätte ein Fragment in dem der Schulhof in so weit eine „gewisse Rolle“ spielt als dass das Wort erwähnt wird wie es der Protagonistin da ergeht muss man aber selber denken. So weit zum Heinweis auf existente Texte. Das ist wieder so ein abgebrochenes Ding, könnte ich irgendwann etwas ausgebügelt vielleicht mal hinter Passwort stellen. Das ist aber, glaube ich wirklich das einzige, in dem Schule überhaupt je eine Rolle spielte, das ich mal gemacht habe.

    Oh halt! Ich lüge. Faustdick sogar. Während meiner Umschulung hatte ich ein Entspannungprojekt, meinen einzigen Ausflug in Genrefiktion, der ist so miserabel, dass ich mich fast dafür schäme, weil das extrem gewollt ist, da ich versucht habe mich in diese Schablone zu pressen und außerdem die Protagonistin nicht leiden konnte. Die geht zur Schule und die Clique steht mitunter auf dem Hof und da passiert was. Mehr als den Hinweis gibt es aber nicht 😉

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    1. Ich wollte es gestern noch wissen und suchte in dem nicht mehr das Tageslicht erblickendem alten Text per Suchmaske nach dem Schulhof. Ausgerechnet eine der Szenen, die mir nicht peinlich sein müssen, weil es da nur um einen Dialog und was zu essen geht spielt auf dem Schulhof! (Ich hatte damals aber wohl eher den „Hof“ des Bildungsträgers im Kopf auf dem wir Umschüler in der Pause standen, der Dialog hätte ähnlich von uns sein können., was aber keine Rolle spielt, da die Schüler in dem Text Oberstufenschüler sind.) Wie’s manchmal geht…

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      1. Und von mir gibt es den, dass du generell Recht haben könntest. Dieser hat aber allgemein einen ätzenden moralischen Zeigefinger, weil ich Madame Protagonistin halt nicht leiden konnte. Da könnte ich nicht hinter stehen, weil mich die Kuh einfach nervt. Ich habe damaks auch schon immer gedacht diese doofe Kuh, also das bekäme ich echt nicht hin. Über die Schulhof-Szene, die ich vorhin noch angemerkt habe, die ich darin gefunden habe, ließe sich reden. Ist halt nur ein bisschen Oberstufler-Gequatsche auf bzw. je nach dem wie die gesteckt sind vor dem Schulhof.

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    1. Liebe Christiane, freue mich sehr über diesen Beitrag! Für mich können sich die Ideen ja gar nicht “zu weit” vom “Ausgangspunkt” entfernen. (Und als ich die Sätze untereinander schrieb und in der Reihenfolge veränderte, weil der Viktor nicht schon wieder oben stehen sollte, da kam es mir auch wie ein (nur leicht) verschrobener Dialog vor … Beste Grüße!

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    1. Mir hat dieser Beitrag sehr gefallen! “Knifften” habe ich noch nie gehört, obwohl ich auch aus NRW stamme, aber aus dem Rheinland, während Knifften vielleicht eher aus dem westfälischen Bereich kommt?! Ich habe das Gefühl, dass das Butterbrot gerade eine Renaissance erlebt …

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  4. Liebe Jutta !
    Der Schulhof eignet sich ganz hervorzüglich für Geschichtsgenerator
    zeilen; auch wenn mir „nur“ Horrorgeschichten einfallen-nein ,nicht so wie bei Stephen King (das ist mir,trotz gewisser Brauchbarkeit ,
    zu abgegriffen) ,- ABER wer einmal , oder Tausendmal, an einem
    Schulhof mit lauem Gefühl in der Magengrube vorbeilaufen muß ,
    und die Scheißjugendblagen machen einen mindestens doof an;
    dann ist der Tag schon im Eimer – UND der Geschichtsgenerator
    um etliche Gedanken reicher . Nebenher mach`ich um Schulhöfe
    daher gewisse große Bögen . . . .tja
    Und Photos versenden – das kann ich nicht – null Scheckung !!!
    Freundliche Grüße vom
    Interbahnhof Frank Gottlieb

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    1. Lieber Frank, freue mich sehr, dass du hier mal wieder vorbeigeschaut hast und kann mir gut vorstellen, weiß zum Teil auch aus eigenem Erleben, dass der Schulhof auch ein Ort der Grausamkeiten ist … Hoffe, wir sehn uns im Juni im Bahnhof und grüße dich herzlich!

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  5. Liebe Jutta,
    das habe ich doch gern getan- ist ja auch ein freundlich´Diskussions-
    forum , fast wie in einem VHS-Kurs; ja, auch ich hoffe , daß es im Juni was wird …
    Herzliche Grüße zurück vom
    Interbahnhof Frank Gottlieb

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