Fotowettbewerb #schreiborte

schreiborte_klein„Katharina kann fast immer fast überall schreiben. Zu Hause so gut wie in Cafés, im Zug oder an fremden Schreibtischen. Der Lärm von Bohrmaschinen beeinträchtigt sie, aber weder laute Gespräche am Nebentisch, Verkehrslärm oder Kindergeschrei stören sie in ihrem Konzentrationsvermögen.“ (aus meinem Roman „Wiederholte Verdächtigungen„)

Und wo schreibt Ihr am liebsten? Das Schreibzentrum der Uni Frankfurt will das wissen und hat einen schönen Wettbewerb ausgeschrieben, der offen ist auch für Teilnehmer*innen, die nicht studieren. Hier kommt die Ausschreibung:

„Deine Mission:
Nimm uns mit an den Ort, an dem Du am liebsten schreibst! An vielen unterschiedlichen Orten wird geschrieben, in verschiedenen Situationen, Posen und mit unterschiedlichen Werkzeugen. Wir wollen wissen, wie es aussieht, wenn Du schreibst. Wo schreibst Du und welche Stimmung begleitet Dich dabei? Hol die Kamera raus und zeig es uns! Sende Deinen Beitrag an schreiborte@eml.cc.

Deine Belohnung:
Das Schreibzentrum prämiert drei Einsendungen mit jeweils einem edlen Füller. Die eingesendeten Fotografien stellen wir auf einer Homepage und anderen Medienkanälen aus. Nimm die Mission an, damit Dein Bild vom Schreiben gesehen wird!

Das Kleingedruckte:
Durch Deine Teilnahme räumst Du dem Schreibzentrum der Goethe-Universität unentgeltliche und zeitlich unbefristete Nutzungsrechte an Deinem Bild ein; wir möchten es gerne etwa auf unserer Homepage, unseren Social Media-Kanälen sowie in Broschüren, Flyern und anderen Printmedien nutzen. Bei Bildern, auf denen andere Personen abgebildet werden, sichert die jeweilige Fotograf*in zu, dass die Nutzungsrechte der abgebildeten Personen übertragbar an die Fotograf*in abgetreten wurden. Falls es doch sperrende Rechte Dritter geben sollte, stellen uns die teilnehmenden Fotografen frei von allen Ansprüchen Dritter.“

Ich wünsche viel Freude und Erfolg bei der Suche nach dem „richtigen Ort“ und freue mich über ganz gewöhnliche (verbale) Auskünfte hier auf dem Blog: Wo schreibt ihr am liebsten/ungern/nur selten? Wo würdet ihr gerne einmal schreiben? Nehmen die Schreiborte Einfluss auf eure Texte?

17 Comments

  1. Da ich komplett ohne Kamera lebe (das hat Vor- und Nachteile) kann ich beim Wettbewerb nicht mitmachen. Ein Ort, den ich zwar nutze, der meinen Texten (egal welchen) eher abträglich ist ist der Arbeitstisch. Zuträglich und geradezu entsprannend ist mein Sessel mit dem Notizbuch auf den Knien. Ganz besonders sind immer Fahrzeuge, das Stadtpoem entsteht ausschließlich in öffentlichen Vehrkehrsmitteln. Nachts kann es vorkommen, dass ich zum Schreiben nicht aufstehe. Es sind schon richtig gute Sachen entstanden, weil ich nur notdürftig in mein uraltes Handy (ohne Kamera) tippen konnte. Wenn ich aber eine Kladde neben der Matratze habe funktioniert das nicht. Sprich: Die besten Orte sind für mich die, an denen ich eigentlich nicht schreiben kann. Ich glaube, das spiegelt sich auch in der Qualität wider, weil die Sachen, die so entstehen nicht „gewollt“ (aber gekonnt um ein Sprichtwort zu verballhornen) sind.

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    1. Für mich sind deine Erfahrungen und Beispiele sehr eindrucksvolle Belege dafür, dass es noch nicht einmal im Ansatz allgemeine Regeln dafür gegen kann, wie und wo Schreibprozesse gelingen können. Jede/r muss seine/ihre Wege und Orte und Vorgehensweisen finden – und wenn wir soweit sind, wird es oft sehr viel leichter …

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  2. Ich lasse mich anders als deine Katharina leicht ablenken und leider auch in meinem Konzentrationsvermögen stören. Auf der anderen Seite erlebe ich immer wieder, dass an lauten quirligen Orten, zwischen Tür und Angel, auf der Fahrt von A nach B… lebendigere Texte oder auch nur Fragmente entstehen. Ich vermute, dass die „Störungen“ mir helfen, „quick and dirty“ zu schreiben – für „was Ordentliches“ taugen die Umstände ja nicht. Liebe Grüße von der Perfektionistin!

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    1. Liebe Maren, deiner Vermutung würde ich mich – obwohl das aus der Ferne ja immer etwas vermessen ist – anschließen … Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, dich auch zu Hause ein bisschen auszutricksen – dann müsstest du nicht immer durch die Stadt juckeln?! Vielleicht die zeitliche Beschränkung auf die Dauer von 3 Haltestellen? Und natürlich auf keinen Fall am Schreibtisch. Vielleicht im Stehen? Lustigerweise habe ich mal in einem ganz anderen Zusammenhang im Netz die Ansagen von Verkehrsbetrieben gesucht – gibt es alles 😉 Viele herzliche Grüße!

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  3. Die meisten Texte entstehen bei mir im Bett, mit Kladde und Füller- wer kennt nicht das Bild des armen Poeten? Lach …
    Aber ich schreibe auch in Cafés, in Zügen, auf Autobahnraststätten und irgendwo draussen, an einen Baum gelehnt oder einen Fels (selbe Pose, wie im Bett 😉 )

    tolle Idee, bei mir sprudeln gerade die Bilder.
    herzliche Grüsse und danke
    Ulli

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    1. Liebe Ulli, als ich deine schöne Aufzählung las, fiel mir ein, dass es ja auch davon abhängt, in welcher Phase des Schreibprozesses wir uns gerade befinden (eher planend oder drauflos schreibend oder überarbeitend) – aber Menschen, die nahezu überall schreiben können, wie Katharina oder du und ich haben es natürlich auf jeden Fall leichter 😉

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  4. Schreiben, ich tue es nicht aus professionellen Gründen. Irgend ein Mensch, brachte mich auf die Idee. Sicherlich, viele Jahre zuvor habe ich geschrieben, aber mir keine Gedanken gemacht, wie das Produkt aussehen sollte. Ich schrieb was ich dachte. Ich schrieb, um mich zu befreien. Ich schrieb und in Gedanken, redete ich mit mir.
    Das Gespräch mit mir, war so oft Hilfe, um zu überleben.
    Ich schreibe nicht, um Missstände offen zu legen, zu ermahnen. Oder Lehre zu erteilen.
    Im Schreiben erfülle ich mir manchmal Träume, die in der Realität nicht erfüllbar sind. Ich erlaube mir seit Kurzem, in die Welt der Fantasie hinab zu steigen. Ein bisschen ängstlich ist mir schon dabei, da diese Spannung, die ich selbst erzeuge, mir nicht immer den Weg weist, um und wie, da hinaus zu kommen.
    Orte des Schreiben sind für mich alle Gelegenheiten, die mir die Möglichkeit geben, mich auszugrenzen. Das klingt zwar, egozentrisch, oder spinnert.
    Diese Grenze (Abstand), die außenstehende eingehalten, erlebe ich sonst nirgendwo so deutlich. Einen Lieblingsplatz gibt es nicht. Es gibt nur den Platz der Notwendigkeit, dann werden Möglichkeiten erschlossen. Am Küchentisch, am Schreibtisch, Im Reisezug, Im Garten(im Schatten), am Wasser und immer im Krankenzimmer.
    Das ist für mich ein Ort, wenn ich denn schon Dasein muss, wo jeder mir Zeit lässt, meine Aufmerksamkeit mit seiner Forderung, trotz des Arbeitsdrucks, in Einklang zu bringen.
    Mit anderen Worten: Es wird gewartet!

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  5. Ich schreibe am liebsten draußen in der Natur, da hat man frische Luft, eine schöne Aussicht und seine Ruhe. Außerdem schaut mich dort niemand komisch an, wenn ich beim Schreiben leise vor mich murmele 😉 Leider gibt es dort auch leere Akkus, kalte Hintern und Sonne auf dem Bildschirm …

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    1. … bei mir ist es so, dass ich manchmal unwillkürlich die Bewegungen von Menschen, die ich gerade beschreibe, nachahme – dabei würde ich auch nicht so gerne beobachtet werden – fiel mir gerade bei deinem Hinweis aufs Murmeln ein …

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    1. Liebe Peggy, der inspirierende Arbeitsraum … Ich hätte gerne zwei: einen sehr kargen und einen, in dem es so ist, wie es jetzt ist: überall stapelt sich etwas. Verrätst du, was für dich eine inspirierende Atmosphäre ist? In jedem Fall herzliche Grüße!

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      1. Es ist ein schöner heller Raum mit Blick in den Garten. Es steht ein großes Bücherregal drin, in dem Bücher aus verschiedenen Genres stehen (zur Förderung des assoziativen Denkens ;-)) und verschiedene Reisemitbringsel. Und in einer Ecke steht die zusammengerollte Yoga-Matte. Mein Arbeitszimmer ist nämlich auch mein Yogaraum. Ich geb zu, ich hab generell ein Faible für Fernöstliches. 😉

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