(51) „Wächst das Rettende auch?“

Ich weise nur selten auf Wettbewerbe in Werkstätten hin. Eigentlich nur, wenn das Thema mir als Schreibimpuls gefällt – so wie es hier der Fall ist: Die Frage „Wächst das Rettende auch?“ zieht mich spontan an und zugleich hat sie etwas Sperriges, etwas Widerborstiges, das ich bisher nicht so recht fassen kann. Meine Gedanken laufen in sehr unterschiedliche Richtungen, seit ich über die Frage nachzudenken begonnen habe und vielleicht geht das Euch ja auch so. Vielleicht habt Ihr Lust „einfach so“ ein paar Gedanken zu notieren, vielleicht hat auch jemand Lust, sich an dem ausgeschriebenen Wettbewerb zu beteiligen, der (auch) eine Reaktion auf all die ausgefallenen Veranstaltungen ist, die ursprünglich zu Friedrich Hölderlins 250. Geburtstag in diesem Jahr geplant waren.

„Zugleich“, heißt es im Ausschreibungstext der Akademie für gesprochenes Wort und des PEN-Zentrums Deutschland, „wurde immer wieder auf das Hölderlinwort aus der Hymne Patmos verwiesen: Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch. Hölderlins Verse verströmen – gerade in ihrer dialektischen Spannung – Trost und Zuversicht. Doch worauf fußt die Zuversicht, worin ist die Hoffnung jenseits ihrer rhetorischen Kraft begründet? Welche Einsichten und Aussichten lassen sich aus den Versen gewinnen, welche Erkenntnisse und Erfahrungen mit ihnen verbinden?“ 

Ich glaube, dass es in diesen Tagen gut und hilfreich sein kann, sich mit den beiden angesprochenen Polen zu beschäftigen: Mit der Gefahr, mit der Not womöglich, in der wir uns befinden – und mit dem, was uns hoffnungsvoll stimmt, mit der Aussicht auf Besserung – ja, vielleicht sogar auch auf „Rettung“?

Wer sich für das Hölderlin-Zitat und seinen Hintergrund interessiert, erfährt in diesem kleinen 2-Minuten- Clip des ZDF mehr darüber:

https://ngp.zdf.de/miniplayer/embed/?mediaID=%2Fzdf%2Fkultur%2Fkulturzeit%2Fhoelderlin-zitat-102

Etwas mehr Informationen und Gedanken finden sich in diesem Radiobeitrag des SWR von Rainer Volk:

https://www.swr.de/swr2/literatur/hoelderlin-geburtstag-trost-auch-in-der-coronavirus-krise-104.html

Ich freue mich auf Eure Fragen und Gedanken – und wünsche viel Erfolg, sollte sich jemand von euch an der Ausschreibung beteiligen! (Sämtliche Informationen dazu findet Ihr über den verlinkten Ausschreibungstext).

Fotowettbewerb #schreiborte

schreiborte_klein„Katharina kann fast immer fast überall schreiben. Zu Hause so gut wie in Cafés, im Zug oder an fremden Schreibtischen. Der Lärm von Bohrmaschinen beeinträchtigt sie, aber weder laute Gespräche am Nebentisch, Verkehrslärm oder Kindergeschrei stören sie in ihrem Konzentrationsvermögen.“ (aus meinem Roman „Wiederholte Verdächtigungen„)

Und wo schreibt Ihr am liebsten? Das Schreibzentrum der Uni Frankfurt will das wissen und hat einen schönen Wettbewerb ausgeschrieben, der offen ist auch für Teilnehmer*innen, die nicht studieren. Hier kommt die Ausschreibung:

„Deine Mission:
Nimm uns mit an den Ort, an dem Du am liebsten schreibst! An vielen unterschiedlichen Orten wird geschrieben, in verschiedenen Situationen, Posen und mit unterschiedlichen Werkzeugen. Wir wollen wissen, wie es aussieht, wenn Du schreibst. Wo schreibst Du und welche Stimmung begleitet Dich dabei? Hol die Kamera raus und zeig es uns! Sende Deinen Beitrag an schreiborte@eml.cc.

Deine Belohnung:
Das Schreibzentrum prämiert drei Einsendungen mit jeweils einem edlen Füller. Die eingesendeten Fotografien stellen wir auf einer Homepage und anderen Medienkanälen aus. Nimm die Mission an, damit Dein Bild vom Schreiben gesehen wird!

Das Kleingedruckte:
Durch Deine Teilnahme räumst Du dem Schreibzentrum der Goethe-Universität unentgeltliche und zeitlich unbefristete Nutzungsrechte an Deinem Bild ein; wir möchten es gerne etwa auf unserer Homepage, unseren Social Media-Kanälen sowie in Broschüren, Flyern und anderen Printmedien nutzen. Bei Bildern, auf denen andere Personen abgebildet werden, sichert die jeweilige Fotograf*in zu, dass die Nutzungsrechte der abgebildeten Personen übertragbar an die Fotograf*in abgetreten wurden. Falls es doch sperrende Rechte Dritter geben sollte, stellen uns die teilnehmenden Fotografen frei von allen Ansprüchen Dritter.“

Ich wünsche viel Freude und Erfolg bei der Suche nach dem „richtigen Ort“ und freue mich über ganz gewöhnliche (verbale) Auskünfte hier auf dem Blog: Wo schreibt ihr am liebsten/ungern/nur selten? Wo würdet ihr gerne einmal schreiben? Nehmen die Schreiborte Einfluss auf eure Texte?