(16) Geschichtengenerator in Aktion – Blog vorübergehend im Ruhezustand

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„Ab heute wird alles anders!“ Kann das eine ernsthafte Absicht sein? Von was für einem „alles“ könnte dann die Rede sein? Und wer könnte es sagen? Vielleicht lässt sich einer schon existierenden Generator-Figur der Satz in den Mund legen? Vielleicht entsteht die Idee für eine Figur aus diesem einen Satz? Oder vielleicht habt ihr Lust, einen eigenen Satz in die Runde zu werfen? Nicht zufällig enthalten ja die Vorlagen, die jede/r hier finden und ausdrucken kann, auch leere Flächen. Vielleicht ist der Zeitpunkt günstig, mal mit dem Gedanken zu spielen, was auf  so einer leeren Karte stehen könnte? IMG_0153
Ich selbst denke gerade nicht „Ab heute wird alles anders!“ Aber ich benötige eine Pause, um zumindest den dringlichsten Ideen, die ich für mein eigenes Schreiben, für Projekte und Workshops und  auch für diesen Blog habe, nachgehen zu können. Deswegen gibt es hier ein kleine Betriebspause, aber schon im Mai werde ich wieder an den Start gehen.
Bis dahin werde ich beantworten, wo immer auf diesem Blog Kommentare oder Geschichten landen (es gibt ja mittlerweile reichlich Material, das weiter dazu einlädt) – und ich freue mich sehr darüber! Aber nach den schönen und überraschenden Erfahrungen, die ich im Februar machen durfte, als Ihr diesen Blog während meines Urlaubs selbst „bespielt“ habt, lade ich zu einem kleinen entsprechenden Experiment ein:

Dieser Beitrag kann von Euch zum Austausch, für Kommentare oder Geschichten genutzt werden – ganz wie es Euch gefällt. Niemand braucht sich Sorgen zu machen, dass er oder sie mir damit Zeit „stiehlt“, ich werde die Beiträge unkommentiert lassen – auch wenn ich hier wieder so richtig einsteige … Bis dahin würde es mich sehr freuen, wenn der schöne Austausch, der sich so oft auch ganz ohne mein Zutun hier ergeben hat, weitergeht. Ich bin gespannt …

30 Comments

  1. Liebe Jutta, ich wünsche dir eine sehr kreative Pause. Ich weiß, wie verlockend das Drumherum des Schreibens ist (Workshops, nette Leute im Literaturhaus, Projekte und und und) und wie wichtig es ist, sich daran zu erinnern, dass das eigentliche Schreiben eingeschneit werden kann unter dem „Schriftsteller-sein“. Wie neulich auf der Postkarte des Bremer Aktionstags stand: SCHREIB!

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    1. Lieber Ian, ich nehme deine guten Wünsche jetzt sehr gerne mit in die „Verlängerung“, in der ja – wie wir Fußballfans wissen – erst die entscheidenden Dinge passieren, grüße dich herzlich und wünsche viel Erfolg bei der Buchpräsentation!

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  2. Auch ich wünsche dir eine reiche Kreativpause, Jutta. Dass morgen etwas grundlegend anders wird, oder gar alles, möchte ich nicht behaupten. „Alles anders“ wird einem ja manchmal vom Schicksal an den Kopf geworfen, dann ist es unausweichlich und meistens schlimm. Es für sich selbst zu beschließen, ist dumm. denn morgen gibt es nicht. Hic Rodos, hic salta.

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        1. Du hast Recht, auch das habe ich anfangs unterschätzt und musste pausieren, weil alle Tücher nass waren 😉 Ebenfalls habe ich vergessen zu erwähnen, dass es Untersuchungen gibt, die für das Spülen eine anti-depressive Wirkung nachweisen 😉

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          1. Öh … meine Spülmaschine geht noch, aber ich prokrastiniere regelmäßig vor den Dingen, die man nicht in die Maschine tun darf (Goldrandgeschirr, Silberbesteck etc. habe ich Gott sei dank nicht…) Vielleicht sollte ich das mit dem Spülen auch mal probieren 🙂

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          2. Ich würde es dir nicht übel nehmen, wenn du mir nicht glaubst, dass ich WIRKLICH ganz gerne spüle – und von einer nennenswerten Menge an Ideen berichten kann, die sich bei mir währenddessen schon eingestellt haben – was natürlich auch wieder zu Verzögerungen führt, weil ich dann – ebenfalls ungelogen – rasch die Hände abtrockne, etwas notiere, zum Becken zurückeile, wo mir noch ein zweiter wichtiger Punkt einfällt, wenn die Hände gerade wieder nass sind … Eigentlich ein Wunder, dass ich überhaupt zu irgendetwas komme 😉

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  3. Deinen Satz des Tages kenne ich als (gelegentlichen) Ausdruck einer Sehnsucht nach einem radikalen Neubeginn. Schön, dass du dein Blog nur in den vorübergehenden Ruhezustand versetzt, liebe Jutta. Hab eine gute Zeit – bis zum Wiederlesen!

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  4. „Ab heute wird alles anders“,

    sagte das Staubkorn zum Regentropfen. Da saßen sie nun hoch oben, in den Wolken, auf einer Leiter dicht bei dicht. Ein Hagelkorn dickbäuchig mäkelte schon, ich komme zuerst. Ich zuerst, und boxte ziemlich aggressiv um sich, sodass die Hitze seines Körpers, ihn noch dicker werden ließ.
    „Pass mal auf, dass du kein Eisbrocken wirst“, frotzelten die anderen.“ Was soll das Gemecker, jeder kommt mal an die Reihe“, tönte es aus der hinteren Ecke. Unterstrichen wurde alles mit grellen Blitzen. „Wir wollen uns nicht so echauffieren“, grollte der Donner und zog einen Wolkenteppich nach dem anderen über den noch klaren Himmel.
    Kaum noch Platz vorhanden, stapelten sie sich wie aufgeschüttelte weiße Feder-Kissen, zu ungewöhnlichen hohen, weißen Berge. „Es ist heiß, viel zu heiß für diese Jahreszeit“, ereiferte sich der Donner und schob, drückte und quetschte, wie das (Zeug) Wolke hielt.
    „Kaum mit anzusehen“, dachte der Wind und holte tief, sehr tief Luft. Das wird ein Spaß, – ein Spiel – und nahm an Volumen zu.
    Unten, die Menschen, hasteten und eilten, um dem nahenden Unwetter auszuweichen. Schwerlich, wohin nur, diese Frage stellten sie sich immer wieder. Sie blieben und trotzten der Natur. Vernagelten ihre Fenster, verriegelten die Scheunentore, vertäuten alles was der Wind fortbewegen könnte. Selbst krochen sie in ihre Erdhöhlen und schlossen die Luken.
    Vom Himmel fallend, zuerst ein Staubkorn verbunden mit einem Regentropfen, gefolgt von dickbäuchigen Hagelkörnern, die an Ausmaß und Durchschlagskraft nicht zu überbieten waren. Bedeckend, das Grün der Erde. Blitz und Donner untermalen dieses Szenario. Ihre Kraft verheerend. Im Tanz des Reigens der Urgewalten, der Wind in der Stärke eines Orkans, mischt freudig mit.
    Menschen kommend, aus ihren Erdlöchern, betrachten das Ausmaß der Zerstörung. Trauer und Wut, gepaart mit Machtlosigkeit zwingt sie, eine folgenschwere Entscheidung zu treffen.
    – Ab heute wird alles anders -.

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      1. Danke,
        diese Frage wurde meistens mit in den Schlaf genommen. Solche, oder ähnliche Geschichten, erzählte ich des Abends meinen Kinder, später den Enkelkindern. Im Schlaf kamen sie auf die interessantesten Lösungen, entsprechend ihrer jungen Jahre.

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  5. Liebe Jutta,
    ich wünsche Dir eine sehr inspirierende Zeit! Und da ja heute schon der erste Mai ist, müssen wir doch ja auch gar nicht so schrecklich lange entbehren :-).
    Viele Grüße, Claudia

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  6. Liebe Jutta,…Pausen müssen sein; das ist wie beim Bahntrampen –
    nach ein paarTagen ist man schlichtweg k. o. und hat die Nase voll,
    aber nach einer gewissen Pause (inspirierend oder so )hat man dann auch wieder Lust und nach einer Gedankensortierung auch
    wieder den Durchblick ! Voralledem musst oder willst oder kannst DU
    auch allen , die hier mitmachen Antworten geben und das ist ja auch ein gewisser Zeitaufwand – nochmal Danke — und weitermachen !!
    Auch ein Gedankenanstoß für den Generator: Wenn z. B. jemandem
    sein Mobilfunkgerät in einen Altglascontainer fällt; wenn einem sowas widerfährt , ist das ´ne Geschichte wert , oder?

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    1. Lieber Frank, vielen Dank für deine guten Wünsche und die schönen, zugnahen Beispiele für die Notwendigkeit von Pausen. Auch von ungeplanten Verzögerungen können ja nicht nur Bahnfahrer ein paar Liedchen singen … So ist es eben manchmal – freue mich sehr auf den Bahnhof in Bassum 😉

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  7. Vor langer, langer Zeit……. ich kam aus der Schule. Müde, wütend, fragend und freudig, da ich wusste, heute gibt es mein
    Lieblingsessen, wenn ich nach Hause komme. Nicht nur das erwartete mich, sondern ein Lächeln und zwei Hände, die mir den Ranzen von den Schultern nahmen. Die Last des Wissens, wurde für Momente in eine Ecke des Korridors gestellt. Jacke, Mütze, Schuhe, bekamen ihren angestammten Platz. Im Badezimmer die Hände waschen, immer und gleich danach, wenn ich von draußen herein kam.
    Versonnen, in allen meinen Empfindungen, beladen mit den Konflikten, erhoffte ich mir doch, wenn ich Zuhause bin, dass meine Probleme gelöst werden. Ich hatte keine Ahnung, dass ich an so etwas glaubte. Es war nur dieses Gefühl, es wuchs in meinen Bauch und verbreitete wohlige Wärme. Mit dem Tornister auf den Rücken marschierte ich und überquerte eine Straße nach der anderen. Der Weg schien unendlich lang zu sein. Es gab so viel zu sehen. Die Schaufenster, oder die Straßenbahn, der Polizist der auf der Straße stand und den Verkehr regelte, wenn die über der Kreuzung hängende Ampel, ausfiel.
    Die Entfernung, ohne Zweifel für meine Kinder Beine die noch nicht so groß und stark waren, wie die jener Erwachsenen die mir begegneten, meines Lehrers, oder meiner Eltern, endlos. Mich hatte keiner gefragt, ob ich jeden Morgen und jeden Mittag bei Wind und Wetter, zu jeder Jahreszeit, diese Belastung auf mich nehmen wollte, als wir umzogen. Ein Mitspracherecht für Kinder…. gab es noch nicht.
    Träumend, selbstversunken, versuchte ich den Menschen auszuweichen und stieß vollends mit ihnen zusammen. Schlafmütze, pass doch auf. Ich lag auf dem Boden, an den Knien die Strümpfe kaputt und die Hände aufgeschürft.
    Bin ich mit jemand zusammen gestoßen, gestolpert, oder haben mich die Jungs, die ich noch gerade davon laufen sah, geschubst.
    Döselig, gedankenverloren rappelte ich wieder hoch, um weiter zu gehen. Nach Hause, zu einem Ort des Wohlfühlens. Da wollte ich hin, ohne zu wissen, dass es dieser und kein anderer Antrieb war.
    – Wohlfühlen, Geborgenheit -.
    Nirgendwo empfand ich mehr Urvertrauen als dort, wo man mich erwartete, glaubte ich. Ich begriff noch nicht, dass es nicht der Ort ist, sondern die Menschen, meine Familie. Sie sind mein Spiegel, in dem ich mich sehen kann, in dem ich sehe und mich erkenne. So weit war ich noch nicht, als ich diesen einen besagten Tag nach Hause kam und keiner mich erwartete. Nur ein Blatt Papier, ein weißes Blatt Papier auf dem stand, – mach alles wie sonst -.
    Das Blatt Papier noch in der Hand lief ich durch alle Räume, öffnete alle Türen und der, der Schränke. Sie müssen doch hier sein. Wenn ich komme, müssen sie hier sein. Mein kindliches Denken konnte und wollte nicht fassen warum, weshalb eine Veränderung stattgefunden hat. So geht es aber nicht, bäumte es sich in mir auf. Eltern haben da zu sein. Ich stampfte mit dem Fuß auf den Boden, so dass der Holzbußboden vibrierte und den Tisch, auf dem das Geschirr stand, erschütterte. Erschrocken über die Heftigkeit meiner Reaktion, verharrte ich noch immer, nicht Jacke, Mütze und Tornister entledigt auf dem Küchenstuhl. Das Essen in der Röhre brokelte so vor sich hin.
    Ich glaubte mich verloren, denn was war ich ohne sie. Deren Zuspruch ich so nötig brauchte. Ihren Glauben an meine Talente, ihre Hoffnung mich darin zu bestärken, Ihre Freude an meinem Gelingen.. Ohne sie ist eine Wohnung, nur ein Ort mit Wänden, eine Zelle, weiter nichts. Wie ein Blatt im Wind.
    So vergingen Stunden, bis sich die Tür öffnete.
    Fortan gibt es in meinem Leben, – Spiegel -.
    Einen, der die Sicht meines Vaters wiedergibt. Einen, der die meiner Mutter wiedergibt. Langsam wird das Glas trübe.
    Einen, in den ich mich und andere sehen kann, oder nur andere sich.

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