Die Beschäftigung mit dem Herta-Müller-Zitat geht weiter

Ich hatte zuletzt hier darüber geschrieben, wie mein eigenes Nachdenken über „das Autobiografische“ durch den Austausch hier auf dem Blog eine neue Wendung nehmen konnte.

Nun hat Susanne Haun zu dem Zitat eine Zeichnung angefertigt, die Teil ihres Projektes „Was geschah im Jahr Null?“ ist und wiederum das Zitat aufnimmt: „Wenn wir schweigen, werden wir unangenehm, wenn wir reden, werden wir lächerlich“.

Für mich ist das Schweigen, der Umgang mit dem Unsagbaren, dem Nichterzählbaren zentraler Bestandteil meines Schreibens. Deswegen ist meinem Roman „Wiederholte Verdächtigungen“ ein Zitat vorangestellt: „Das Schweigen ist keine Pause zwischen dem Reden, sondern eine Sache für sich“. Es ist von Herta Müller …

‚“Show Your Work“ (Austin Kleon) oder: Der Blog als Arbeitsjournal

51JJmS22OcL._SY494_BO1,204,203,200_Gekauft hatte ich dieses Buch um Anregungen für einen Workshop zu erhalten, also in gewisser Weise „für andere“, aber schon beim Durchblättern brachte es mich auf neue Ideen – für mich selbst. Und das hatte vor allem mit dem 3. Kapitel zu tun: „Share something small every day!“

Dabei fiel meine erste Reaktion auf diesen Vorschlag keineswegs positiv aus. Wann soll ich das denn noch machen?, dachte ich. Um dann zu grummeln: Woher soll ich denn um Gottes Willen jeden Tag etwas nehmen, das ich „teilen“, das ich „verbreiten“ kann? Dann fiel mir Susanne Haun ein und ihr toller Blog und dass ich sie in der Vergangenheit manchmal beneidet hatte, weil bildnerische Prozesse und Produkte sich „natürlich“ leichter darstellen, abbilden, zeigen lassen. Zudem hatte Susanne erwähnt, dass sie ihren Blog als Archiv nutzt, um ihre Arbeit zu dokumentieren und auch darum hatte ich sie beneidet – vollkommen sicher, dass das für mich als Autorin nicht in einer halbwegs vergleichbaren Weise möglich wäre.

Ist es vielleicht auch nicht. Aber ausprobieren und experimentieren möchte ich mit dieser Idee. Es gibt im Moment so viele unterschiedliche Projekte und Ideen, denen ich nachgehe. Oft stoße ich bei Recherchen auf einzelne Sätze oder Gedanken, von denen ich überzeugt bin, dass sie auch andere interessieren. Und schon lange reizt mich der Gedanke, diesen Blog als eine Art“Arbeitsjournal“ zu nutzen. Ich glaube, was mir gefehlt hat, war das Wort „small“. „Jeden Tag“ werde ich nicht so ernst nehmen, aber „small“! Einen Gedanken, eine Idee, ein Zitat. Und vielleicht ergibt sich daraus ja auch etwas Neues. Ein Austausch, eine Resonanz. Wenn ich es richtig sehe, wäre das ganz im Sinne von Austin Kleon.

Und was meint ihr dazu?