„Wiederholte Verdächtigungen“ – Kurzkritik

„Die Autorin erweist sich als brillante Beobachterin, die sich äußerst sensibel ihren Figuren und deren Psyche nähert. Ein starker, klug komponierter Roman, dem man viel Erfolg und eine große Leserschaft wünscht!“ buch aktuell über den „Überraschungserfolg“

»Eine sehr kluge, unaufgeregte Erzählung, die ganz alltägliche Aspekte des Miteinanders beleuchtet. … Eine Autorin, von der man hoffentlich noch mehr lesen wird.« Mareike Liedmann, EKZ

»Jutta Reichelt beschreibt, wie Lebens- und Identitätskonstrukte auseinandergleiten.« Carola Ebeling, taz

»Neben der klug konstruierten Handlung zeichnen ein ganz feiner, leiser Humor und mit sehr viel Empathie gezeichnete Figuren diesen Roman aus. Was mich aber vollends gefangen hat, ist die ruhige, ganz  unaufgeregte Sprache, die Jutta Reichelt in diesem Buch anschlägt – glasklar und kein Ton zu viel.«  Birgit Böllinger, saetzeundschaetze.com

»Jutta Reichelt ist mit ›Wiederholte Verdächtigungen‹ ein eindringlicher, fesselnder und kluger Roman gelungen. Sie entwirft anhand von Katharina und Christoph ein packendes Spiel von Fragen. Ein irritierendes Spiel, das Erwartungen, Vermutungen, Zuschreibungen der Figuren und des Lesers wiederholt virtuos unterläuft.« Hendrik Werner, Weser Kurier

»Jutta Reichelt hat es wunderbar geschafft, die ungeheure Tiefe der Frage nach der eigenen Identität auf den Punkt zu bringen.« Joachim Mols, bestreader.de

»Und obwohl das Buch leise und unaufgeregt daherkommt, erzählt es meisterhaft von jenen Lebenslügen, die uns allen passieren, von diesen Ängsten, die wir alle auf die eine oder andere Weise kennen. Und das macht es zu einem Stück Gegenwartsliteratur, dem ich viele Leser gönne.« Denise Maurer, Schriftgut.ch

»Ein kluger und verblüffend vielschichtiger Roman, der bis zur letzten Seite spannend bleibt und in dem jedes einzelne Wort sitzt.« Renate Naber, Scala WDR 5

»Jutta Reichelt hat mit ihrem Roman „Wiederholte Verdächtigungen“ eine dramatische Geschichte erzählt, unaufdringlich, angenehm, wie ein entspanntes und doch keinesfalls spannungsloses Unplugged-Konzert.« Reutlinger General Anzeiger

»Ein mitreißender Roman, der uns in die Tiefen der menschlichen Seele blicken und uns das Leben als ein großes vertracktes Puzzle vorkommen lässt.« Borromäusverein

Und was sagt ihr dazu?

(Leseprobe und Verlagsseite)

Die Geschichten (er)finden, die nur wir erzählen können

In der letzten Zeit gab es viele – sehr unterschiedliche – Gründe und Anlässe für mich über mein Schreiben nachzudenken. Ich war überrascht, wie klar und übersichtlich mir auf einmal schien, was viele Jahre ein unentwirrbares Knäuel aus Gedanken, Überzeugungen und diffusen Ahnungen war:

Heute glaube ich, dass nichts so wichtig ist, wie „unsere eigenen Geschichten zu (er)finden“. Ich glaube, dass wir so etwas wie einen individuellen, literarischen Fingeradbruck entwickeln müssen, in den alles einfließt, was wir je erlebt und gelesen und geschrieben haben. All unsere Albträume und Ängste und Besorgnisse und unsere enttäuschten Hoffnungen. Und vor allem unsere Fragen. Unsere Verwunderung und unser Staunen. Ich glaube, dass sich daraus die spezielle Weise der Weltwahrnehmung eines jeden speist und ich glaube, dass ein großer Teil unserer Aufgabe darin besteht, dafür eine Form und einen Ton finden. Ich weiß, dass die „Geschichten, die nur wir erzählen können“ nicht die ersten sind, die uns begegnen (und meistens leider auch nicht die, die dann folgen) – und dass die Suche danach ein langer und mühseliger Prozess sein kann.

Mittlerweile bin ich erstaunt, wie sehr ich mich in der Vergangenheit geirrt habe über so viele Aspekte, die das Schreiben betrifft. Ich habe die Bedeutung von Talent vollkommen überschätzt und diejenige von Praxis und konstruktiver Kritik unterschätzt. Ich habe geglaubt, dass eine Person über Phanatasie und Einfallsreichtum verfüge – oder eben nicht. Ich habe nicht gewusst, dass sich auch die Notwendigkeit unseres Schreiben entwickeln kann. Ich habe nicht gewusst, wie wichtig es ist, dass wir für unsere eigenen Ideen offen werden und dass wir es auch gerade da aushalten, wo es unbequem zu werden droht. Aber vor allem hatte ich keine Vorstellung davon, dass es „nötig ist, zu dem Menschen zu werden, der das Buch schreiben kann, das man schreiben muss.“ (Jonathan Franzen). Ich glaube, genau so verhält es sich.