(37) Was erzählen uns die Dinge?

Welche Geschichten erzählen uns die Dinge, wenn wir sie einmal genauer betrachten? Wie sind sie in unseren Besitz gelangt und was haben wir miteinander erlebt? Wohin haben sie uns begleitet? Welche Geschichte könnte sich für jemand anderen mit diesem oder jenem Gegenstand verbinden? Warum könnte jemand diese ganz unscheinbar wirkende Zitronenpresse wie ein Heiligtum verteidigen?

Diese Schreibanregung ist eine Einladung, Gegenstände (Dinge) einzusammeln. Reale und fiktive für reale oder fiktive Figuren. Auch so könnte eine schöne kleine (erste) Serie entstehen: durch die Beschreibung von fünf oder sieben oder zehn Dingen, anhand derer wir unser Leben erzählen.

Es spricht auch nichts dagegen, erstmal „nur“ eine Liste anzulegen mit all den Dingen, die vielleicht irgendwann einmal interessant oder aussagekräftig werden könnten oder von denen eine Ausstrahlung, eine Verlockung ausgeht. Natürlich könnte auch das der Keim einer Geschichte sein – eine Figur, die Listen mit Dingen anlegt, die …

Was erzählen uns die Dinge? ist auch der Titel einer Schreibwerkstatt, die ich regelmäßig für die Bremer Wagenfeld-Stiftung (ein Design-Museum schräg gegenüber der Bremer Kunsthalle) anbiete. In einer kleinen Gruppe sehen wir uns gemeinsam die jeweils aktuelle Ausstellung an, gerade werden dort „100 beste Plakate 18. Deutschland Österreich Schweiz“ präsentiert.

Nach einer kurzen Führung durch die Ausstellung (die wunderbarerweise Kathrin Hager aus dem Haus übernimmt), können sich die Teilnehmer:innen frei im Gebäude bewegen (die Ausstellung ist dann für den Publlikumsverkehr geschlossen) und natürlich ist, wenn es ans Schreiben geht, wie in all meinen anderen Werkstätten auch, „alles erlaubt“. Manchmal sind es tatsächlich die Ausstellungsgegenstände, die einen Erzählimpuls auslösen, aber oft sind es auch andere „Dinge“ oder es sind Szenen – die in den Räumen des Museums spielen oder davon inspiriert sind

Es kommt mir so vor, als sei es meine „charmanteste“ Werkstatt. Vielleicht, weil sie so relativ kurz ist (von 18 Uhr bis 20.30), vielleicht weil niemand auf die Idee kommen kann, in dieser kurzen Zeit etwas „Tolles“ schreiben zu müssen. Es ist ein kleiner kreativer „Zwischenstopp“ auf dem Weg ins Wochenende. Am nächsten Freitag, dem 10. Juli ist es wieder soweit. Es gibt noch freie Plätze und wer Lust hat, kann sich unter 0421 33 999 33 anmelden (15 Euro/8 erm.). Wenn das Wetter es erlaubt, werden wir draußen zusammensitzen, aber auch bei schlechtem Wetter bietet der Gewölbekeller auch unter den speziellen Corona-Bedingungen ausreichenden Platz.

Bereits zwei Tage später werde ich erneut zu Gast in der Wagenfeld-Stiftung sein und zwar im Rahmen des Bremer Kultursommers Sommer-Summarum.

Es ist mir vollkommen rätselhaft, wie es den Organisator:innen gelungen ist, ein so tolles, so umfangreiches Kulturprogramm innerhalb so kurzer Zeit auf die Beine zu stellen! Theater, Musik, Lesungen, Tanz, Performance und noch viel mehr. Alle Veranstaltungen finden draußen statt, alle dauern 45 Minuten und Tickets gibt es für alle (nur) online. Ich freue mich sehr, dabei zu sein und zwar mit dieser Veranstaltung (die am Sonntag den 12. Juli um 14.30 um 16.30 Uhr stattfindet):

Programmankündigung

Tickets für 14.30 Uhr hier, für 16.3o Uhr hier

Auch wenn dieser Beitrag ein bisschen werbelastig war – ich freue mich vor allem, wenn er Euch zum Schreiben oder Listenanlegen oder Aufmerksam-in-die-Welt-Schauen inspiriert. Aber ich freue mich natürlich auch, wenn wir uns bei der ein oder anderen Veranstaltung sehen werden! Falls es Fragen dazu gibt, die ihr nicht im Kommentarfeld unterbringen wollt, mailt mir gerne an juttareichelt@aol.com. 

 

 

5 Kommentare

  1. Tja, würde ich in Bremen und Umgebung leben, käme ich gerne zu der charmanten Kurzschreibwerkstatt. So gefällt mir die Anregung zu den Geschichten der Dinge aber auch

  2. Liebe Jutta,
    ich würde auch gerne mal zu einer deiner Werkstätten kommen. Wenn ich in der Nähe wäre.
    Und ja, an Dingen halte ich mich auch immer mal wieder fest, gerade auch, wenn Schreiben wieder schwierig wird. (Zum Beispiel in den ersten Tagen meines Corona-Blogs, am 2. Mai, Der Höhenmesser von meinem Großvater. https://www.bagatellen.net/der-hoehenmesser-von-grossvater/ ).
    Ich fühle mich seltsam, meinen Text im Kommentar zu verlinken, quasi „Werbung“ für meinen Blog in deinem Blog zu machen – während es mich überhaupt nicht stört, dass deine Schreibanregung diesmal „werbelastig“ geworden ist – vielleicht passt irgendwann ja eine deiner Werkstätten in meine Reiserouten – oder du kommst nach Berlin…
    Liebe Grüße und eine schöne Sommerzeit.
    theres

    1. Liebe Theres, ich freue mich über deinen Link! Ich habe den Eintrag gelesen und gleich noch zwei andere und dann habe ich nur aufgehört, weil mir leider wie so oft die Zeit fehlt. Ich finde, das Hinweisen auf eigene Beiträge (das ja auch anderen Leser:innen ermöglicht, von einem Blog zum anderen zu springen) etwas sehr Schönes, das ja eigentlich auch den Reiz am Bloggen ausmacht. Und ich finde es wiederum auch in Ordnung, wenn ich wie in meinem heutigen Post auf eine Veranstaltung hinweise und dafür „Werbung“ mache. Was ich normalerweise versuche zu vermeiden, ist so ein Ineinander von Schreibimpuls und „Werbung“ – aber es lag so nahe, dass meine Mutter gesagt hätte: „Man muss ja auch nicht päpstlicher sein als der Papst …“.
      Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir uns mal über den Weg laufen … Vielleicht ja auch wirklich in Berlin. In Moment sieht es so auch, als wenn ich im ersten Halbjahr 2021 vielleicht öfter mal da wäre … Auch dir eine schöne Sommerzeit!

Ich freue mich über Kommentare!

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