Verrückt oder normal? Geschichten verunglückter Familien

Jutta_cover_tischManchmal wundere ich mich, dass bestimmte Gedanken, Sätze und Themen in meinen Texten (wiederholt) auftauchen, von denen ich noch gar nicht bemerkt hatte, dass sie mich umtreiben, aber noch öfter begegne ich in meinen Texten „alten Bekannten“, die mich begleiten seit (und vermutlich solange) ich denken (schreiben) kann.

Noch immer und immer wieder verspüre ich eine gewisse Notwendigkeit, z. B. von der Verrücktheit scheinbar normaler, aber in Wirklichkeit gravierend verunglückter Familien zu erzählen, wie z. B. in dem Text Es wäre schön,  der dem gleichnamigen, von Axel Stiehler wunderschön gestalteten Heft mit vier meiner Erzählungen den Titel gab.

Und noch immer und immer wieder erlebe ich, wie schwierig es ist, gegen bestimmte „Normalitätserwartungen“ und -überzeugungen anzuerzählen. Das dachte ich, als ich heute den Beitrag Alles ganz normal auf dem von mir sehr geschätzten Blog Fädenrisse las, auf dem ich immer wieder solche dokumentarischen und nicht fiktiven Texte finde, in denen es der Autorin großartig gelingt, von der Absurdität und tragischen Not bestimmter Familien-Verhältnisse plastisch und anschaulich zu erzählen.

„Es wäre schön“: Vier Erzählungen von Jutta Reichelt

„Bis auf die titelgebende Erzählung „Es wäre schön“, die „Text des Monats“ im Literaturhaus Zürich war, handelt es sich um unveröffentliche Texte, die Teil eines sich noch in der Entstehung befindlichen Zyklus zum Thema »Hinter Türen« sind.
Sehr genau beobachtet die Autorin darin den schmalen Grat zwischen alltäglicher Normalität und versteckter Verrücktheit.
Eher beiläufig und in einer schnörkellosen Sprache gewährt Jutta Reichelt Einblick in die Lebenswelt ihrer Figuren, die von sich anbahnenden oder zurückliegenden Katastrophen umgeben sind – und das selbst vielleicht gar nicht wahrnehmen.
Neben überraschenden und gleichwohl überzeugenden Wendungen ist es der leise, humorvolle Blick der Autorin, der verhindert, dass die Lektüre eine bedrückende wird.

Der vorliegende schmale Band, eigentlich eher ein Heft, hat den Umfang einer literarischen Single-Auskopplung, oder besser einer Maxi-Single. Und während die 32 Seiten im Innenteil zweifarbig im herkömmlichen Offsetverfahren auf feinstem Vorsatzpapier gedruckt wurden, so gingen wir beim Umschlag den umgekehrten Weg: Handsatz in Holz und Blei, manueller Pressendruck auf einem antiken Bostontiegel.
Das führte zu einem ungleichmäßigen Druckbild auf dem Cover, jeder Band ist ein Unikat, alle einzeln von Hand nummeriert und signiert.“
(Aus der Pressemitteilung des Bremer Logbuch Verlags)

Das Heft kann für 8 Euro telefonisch (0421-69193842) oder per Mail
(info@logbuchladen) unter Angabe von Namen und Telefonnumer
versandtkostenfrei bestellt werden. Bei Buchhandlungs-Bestellungen existieren die üblichen Konditionen.
ES WÄRE SCHÖN. Logbuch Verlag, 32 Seiten, ISBN: 978-3-00-044-772-3

Wer an einer Lesung interessiert ist, möge gerne und unverbindlich mein Konzept „4 Texte, 3 Antworten“ anfordern. Für interessierte Lesekreise gibt es spezielle Konditionen. Ich freue mich über Anfragen: juttareichelt@aol.com