Blaumeier oder der Möglichkeitssinn

Cover Blaumeier

„Es gibt ziemlich viele Menschen, die Blaumeier kennen. In Bremen sowieso, aber auch an vielen anderen Orten: die Salonskis sind schon in Moskau aufgetreten, die Maler haben in New York ausgestellt, die Süßen Frauen waren in Durban, die Fotograf.innen in Riga und der Chor Don Bleu in Peking – um nur einige der Städte zu nennen, an denen Blaumeiergruppen das Publikum begeistert, bezaubert und oft auch berührt haben. „Wenn es einen Grund für die Eigenständigkeit Bremens gibt, ist es das Blaumeier-Atelier“, schrieb die taz über unser Kunstprojekt, das so inklusiv ist, dass auch „Nichtbehinderte“ mitmachen dürfen. 
Bei so viel Bekanntheit, so viel Anerkennung – warum noch ein Buch über Blaumeier? Weil wir immer wieder gefragt werden, was eigentlich das Besondere, was das „Erfolgsgeheimnis“ von Blaumeier ist. Weil selbst die Menschen, die uns seit vielen Jahren mit ihren Spenden oder ihrer Sympathie unterstützen, oft nicht wissen, dass es 250 Menschen sind, die jede Woche ins Atelier kommen, um dort zu malen oder Masken zu bauen, zu singen oder zu schauspielern, zu schreiben oder Fotos zu machen. Weil sich wahrscheinlich kaum jemand vorstellen kann, wie unterschiedlich diese 250 Menschen sind – und dass genau diese Vielfalt, diese Unterschiedlichkeit Blaumeier ausmacht. 
Stellen wir doch ein Zehntel dieser Menschen vor, haben wir gedacht. Die Fotogruppe, die es nach einer Unterbrechung unter der neuen Leitung von Franziska van den Driesch und Wiebke Emmerich wieder gibt, könnte die Fotos machen, und die Schriftstellerin Jutta Reichelt, die selbst viele Jahre bei Blaumeier Theater gespielt hat, Portraits schreiben. Links die Fotos und rechts die Texte. So war es geplant.
Aber dann hat es sich zum Glück anders entwickelt. Es war ja auch eine seltsame Idee: Von der Unterschiedlichkeit der Menschen mit den immer gleichen Foto- und Textformaten zu erzählen. Jetzt ist alles immer anders: die Anzahl und Größe der Bilder und wie direkt oder indirekt, wie umfassend oder ausschnitthaft, wie eindeutig oder rätselhaft sie von den Menschen erzählen, die hier vorgestellt werden. Manchmal ist die Verbindung zwischen den Menschen und den Fotos, den Texten, die von ihnen inspiriert wurden, sehr lose, manchmal sind es fast klassische Portraits.“

So beginnt das Vorwort von Karolin Oesker, das sie (und manchmal auch Alfons Roemer-Tesar) auf einer der vielen Lesungen, zu denen wir im Sommer 2021 eingeladen waren, zum Auftakt vorgelesen hat. Wir freuen uns sehr über die zahlreichen tollen Rückmeldungen, die wir an unterschiedlichsten Orten mittlerweile erhalten haben. Hier eine kleine Auswahl:

„Die Textformen sind so individuell wie die vorgestellten Personen selbst, (…) sie nähern sich an, sie stellen Fragen – und geben so, manchmal fast schon beiläufig, den Blick auf Dinge frei, die uns alle angehen, die jeden von uns beschäftigen und umtreiben.“ (Birgit Böllinger, Literaturblog Sätze & Schätze)

„Einfühlsam, frei von Bevormundung und übrigens auch höchst unterhaltsam versammelt das Buch 22 Suchbewegungen, die ganz nebenher Blaumeier auch als Institution vorstellen …“ (Jan-Paul Koopmann, taz) 

„Ich habe das Gefühl, so viel Welt, so viel Kunst, so unterschiedliche Menschen und eine so spannende und erweiternde Sicht auf die Welt kennen gelernt zu haben.“ (Ulrike Ullrich, Zürich)

„Jede einzelne Geschichte steht als kleine literarische Sensation für sich und gleichzeitig fügen sich die Texte mosaikhaft zu einem Bild zusammen.“ (Kerstin Hellwig, Bremen)

„Ihr habt da ein richtiges Meisterwerk geschaffen. Jedes Portrait berührt mich aufs Neue. Ich bin begeistert und wirklich berührt.“ (Anna X., Leipzig)

„So ein schönes, fabelhaft gestaltetes Buch!“ (Annette Rieger, Stuttgart)

Das Buch kann für 24 Euro bei Blaumeier telefonisch (0421-395340) per Email (info@blaumeier.de) oder über den Shop bestellt werden und ist in den meisten Bremer Buchhandlungen erhältlich. Von allen Texten gibt es zudem eine Hörversion, die hier auf der Blaumeier-Homepage kostenlos zugänglich sind. Bis zum 31.01.22 ist eine Ausstellung der Fotos in der Bremer Landesvertretung in Berlin zu sehen, ab dem Frühjahr 2022 wird sie in der Vertretung Bremen in Brüssel zu sehen sein.

Dank eine Stipendiums des Bremer Senators für Kultur konnte ich in einer Art Anschlussprojekt“ mit Möglichkeiten experimentieren, die für das Buch geschriebenen Texte in Einfache Sprache zu übertragen.

Anfragen (auch unverbindliche Interessebekundungen) für Lesungen, Ausstellungen oder andere Formate bitte an: Jutta Reichelt (juttareichelt@aol.com) oder Karolin Oesker (karolin.oesker@blaumeier.de)

13 Kommentare

  1. Ich möchte sehr gern an der Auslosung teilnehmen, liebe Jutta. Wir bauen hier in Kalamata auch ein Behindertenprojekt auf, leider geht es sehr langsam voran, und da ist euer Buch womöglich eine kräftige Anregung. Liebe Grüße!

    1. Liebe Gerda, ich bin sehr zuversichtlich, dass dich dieses Buches erreichen wird – schickst du mir die Adresse an meine Email (juttareichelt@aol.com)? Liebe Grüße auch von hier und natürlich alles Gute und viel Schwung und gute Nerven für Euer Projekt!

  2. Da würde ich doch gerne testlesen, liebe Jutta.
    Eine neugierig machende Rezension, ach nein, es ist ja eher eine Nichtrezension, ist dir auf alle Fälle gelungen 😊
    Liebe Grüße
    Ulli

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