Der Schreibprozess oder von der Notwendigkeit, einfach mal loszulegen

Ich glaube mittlerweile, die größte Herausforderung besteht für viele tatsächlich darin, sich nicht von dem ganzen „Regel/Handwerk“-Thema von dem „Eigentlichen“ ablenken zu lassen – sich nämlich erst mal auf die Suche zu machen nach den „Geschichten, die darauf warten von uns erzählt zu werden“. Nach dem, was uns „umtreibt“, was uns zum Schreiben drängt. Und dann einfach mal loslegen. Anfangen. In kleinen Etappen. So, wie jemand mit dem Laufen beginnt. Und zweierlei nicht vergessen: Schreiben ist ein Prozess und der erste Entwurf, die ersten Notizen sind Materialsammlungen und nicht schon DER Text und zum anderen: Schreiben gehört zu den komplexesten Tätigkeiten, die es gibt – daher können wir unmöglich alles auf einmal im Auge behalten.
Ich habe schon sehr, sehr oft die Erfahrung gemacht, dass Menschen sich zunächst geirrt haben über die Texte und Stoffe, die sie schreiben wollten und dass sich ganz viele Blockaden und auch handwerkliche Schwächen aufgelöst haben, als sie „Ihrs“ gefunden hatten … Es gibt einen schönen Aufsatz von Jonathan Franzen über Autobiographische Literatur, darin erzählt er von der Entstehung der „Korrekturen“, das ist auch unter diesem Aspekt interessant: Oft ist es gut, der Schreibfreude nachzugehen …

Kürzlich wollte ich in einer Mail kurz, aber auch halbwegs vollständig, formulieren, was mir wichtig erscheint für jemanden, der mit dem Schreiben beginnt. Ich hatte nicht viel Zeit und war selbst überrascht, dass ich es auf so wenig Raum unterbringen konnte … Was meint ihr? Was habe ich vielleicht doch vergessen oder übersehen? 

30 Comments

  1. Nein. Finde ich so schön wie treffend formuliert. Vielleicht noch den Titel des Aufsatzes – ich kenne nur „Anleitung zum Einsamsein! – meinst Du einen da raus (kann mich nicht mehr so gut erinnern …)? Ansonsten stimme ich aus tiefem Herzen zu: Vor lauter Regeln á la „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ wird die eigene Stimme unter Wasser gedrückt. Zweites Hauptproblem unserer modernen Welt im Bereich frei kreativ Sein für mich: die abscheulichen, großartigen, verwirrenden Ablenkungen von Internet und Co 🙂

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    1. Vielen Dank für deinen freundlichen Kommentar. Der Aufsatz heißt: „Über autobiographische Literatur“und ist einem anderen Band abgedruckt, nämlich in „Weiter weg“ von 2013 (dt.). Ich habe den Eindruck, dass das Problem vor allem darin besteht, wie wir lernen – und wie nicht. Die meisten Menschen wissen, dass Fleisch nicht zäh und Texte nicht langweilig sein sollten. Aber was bedeutet das für meinen konkreten Text? Ist der überhaupt langweilig oder behaupten das nur meine Testleser? Und wenn er es ist, liegt das daran das zu wenig „passiert“ oder daran, dass eigentlich egal ist, was und wieviel passiert, weil der Leserin die Figuren herzlich egal bleiben? Wünsche frohes Schaffen und nur sporadische Ablenkungen 😉

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      1. Danke für die Zusatzinfo. Ja, die Balance des eigenen Textes. Die man dann auch noch selbst erkennen soll 🙂 Für mich stimmt’s wenn das dicht geschmiedete Dreieck aus Figuren – Geschichte – Sprache stimmig ist. Mögen andere das langweilig finden oder nicht.
        Gleichfalls viel sommerliche Kreativität!

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  2. Liebe Jutta,
    kommt mir alles nur zu bekannt vor :-).
    Nur fürchte ich, dass es hier so ist wie manch anderem im Leben – man muss diesen Erkenntnisprozess selbst durchmachen, das ‚ Ende‘ zu kennen, hilft nur ein wenig weiter. Allerdings ist es natürlich nett, dank deiner Hilfe nicht den Umweg über das Regelgebirge zu wandern, sondern nur in Schlangenlinien durchs Tal mit dem einen oder anderen Steinchen im Schuh.
    Herzlichst, Kathrin

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    1. ;-))) Vielen Dank, diese Vorstellung gefällt mir sehr – mit dem Steinchen im Schuh dem Regelgebirge entgehen … Und ja, ich denke auch, dass es nur so geht: loslegen und wirklich „machen“ und sich dann für die realen Schwierigkeiten Rat und Unterstützung holen … Beste Grüße!

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  3. Liebe Jutta,
    als ich wieder zu schreiben begann (also nicht nur in meine Gedankenauffangbücher) war das grösste Hinderniss die innere Kritikerin, die galt es zu überlisten. Sie ist mittlerweile meistens still und das weiss ich sehr zu schätzen!
    herzlichst
    Ulli

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    1. Liebe Ulli, da hast du ja wirklich was geschafft! Ich bin immer wieder verblüfft, wie hartnäckig diese „innere Kritikerin“ manchen Menschen im Nacken sitzt und sich immer wieder aufplustert und wichtig macht … Freut mich sehr, dass du sie in ihre Grenzen weisen konntest! Viele herzliche Grüße!

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  4. Meine größte Blockade bin ich. Immer wenn ich einen meiner Texte nochmal lese, finde ich ihn absolut schlecht, dann überarbeite ich ihn, … finde ihn wieder schlecht … überarbeite … Weiter komme ich so nie und dann ist die Geschichte im Kopf schon zu Ende erzählt und mich verlässt die Lust. Ich weiß natürlich, ich sollte einfach später überarbeiten, aber meine innere Stimme steht da dann irgendwo im Hintergrund und lacht höhnisch … Ich habe mit diesem Blog angefangen, um mich soweit zu disziplinieren, a) nach einer Korrektur zu veröffentlich und b) jeden Tag eines Jahres etwas zu schreiben. Mal sehen, ob es funktioniert …
    Liebe Grüße

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      1. Ich nutze die Gelegenheit gern, liebe Gerda dir einen herzlichen Gruß versehen mit großer Zustimmung in der Sache zu senden! Das ist eine der wirklich großen Herausforderungen, finde ich: Offen für Kritik und die damit verbundenen Anregungen zu sein und sie aber hier und da auch beherzt zurückzuweisen …

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    1. Ich habe folgende Erfahrungen gemacht: Die Qualität von Texten zu beurteilen ist längst nicht so einfach, wie man denken könnte und nur sehr wenige Menschen, die ich kenne, sind in der Lage, die Qualität der eigenen Texte realistisch einzuschätzen. Das ist das eine. Das andere: „gut“ oder „schlecht“ kann ein Text immer nur im Vergleich zu anderen sein. Aber mit welchen Texten? Mit eigenen? Mit denen anderer? Die kennt man meist nur in der Endversion … Und dann übersehen die meisten Menschen auch die Qualitäten ihrer eigenen Texte, weil sie – glaube ich – die Qualität in den Texten der anderen für bewusst hergestellt hatten, was oft nicht zutrifft … Ich habe mal eine kleine Notiz dazu geschrieben: https://juttareichelt.com/2015/11/04/neues-aus-der-schreibwerkstatt/ Vielleicht helfen dir diese Gedanken, deinen Texten etwas gelassener gegenüber zu sein …

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      1. Das ist ja spannend und so typisch. Immer hält man das was ein anderer tut für viel besser, wobei es mir eher am Durchhaltevermögen liegt, Ideen habe ich genug, nur denke ich leider viel schneller, als ich schreibe 😉

        Vielen Dank, wieder neuer Denkstoff

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  5. Einfach anfangen… wäre da nicht diese Seite, auf der man noch unbedingt etwas recherchieren muss, das Spiel, das eigentlich ziemlich geil ist, der Staubsauber, die Spülmaschine… und wenn ich dann doch anfange, dann stimmt der Ton nicht, das ist alles so uninspiriert, mühsam, das mag ich ja selbst nicht lesen… und dann ist da plötzlich eine Idee, etwas, das vorher nicht da war und plötzlich macht es Spaß.

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    1. Vielen Dank für diesen Kommentar! Austin Kleon hat die schöne Bezeichnung erfunden „Permanentes produktives Prokrastinieren“ und ich glaube auch, dass wir es oft nicht „erzwingen“ können – und gleichzeitig gilt aber halt auch: oft ist es auch richtig, sich hinzusetzen und dem Schreiben und den Ideen Raum zu geben. Zu schauen, ob und was passiert, wenn wir tatsächlich mal eine Stunde nichts anderes tun, als mit einem Stift oder einer Tastatur dazusitzen. Ohne Handy, ohne Internet, ohne Spülmaschine 😉 Viele Grüße!

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  6. Liebe Jutta, das spricht mich gerade sehr an! In letzter Zeit war ich häufiger an dem Punkt, dass ich richtig Angst bekam: Angst davor, etwas falsch zu machen, Regeln und Tipps nicht umsetzen zu können, etc. Und diese Angst verträgt sich für mich nicht mit Kreativität, weil sie mich blockiert und ich dann erst gar nicht anfange. Heute versuche ich an diesem Punkt einen Blickwechsel – diese Schreibtechniken/Regeln, etc- das sind Hilfen ins Schreiben zu kommen. Ich habe die Chance sie auszuprobieren und zu schauen, welche von ihnen zu mir passen und welche nicht. Sie sind eigentlich ein gewisses Extra, wenn ich sie so betrachten kann. Sie sollten eben keine Mauer sein, die sich zwischen mich und den Schreibtisch schiebt, so dass ich nicht mehr sehen, geschweige denn, schreiben kann. Vielleicht dienen sie besser als Armlehnen des Schreibtischstuhls (meiner hat keine und ist recht ungemütlich) – so dass sie im optimalen Fall das Schreiben komfortabler machen und die Schreibfreude noch unterstützen! Herzlichen Gruß!

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    1. Liebe hausauspapier, ja, das kann ich sehr gut verstehen und es freut mich, wenn ich ein wenig zur Ermutigung beitragen konnte. Ich glaube, das größte Problem der Regeln liegt darin, dass ja längst nicht alle immer gelten. Und dass man daher zunächst einmal wissen müsste, welche für den konkreten Fall Anwendung finden sollten. Ich erlebe öfter Situationen wie diese: In einer Werkstatt liest jemand einen Text vor, der etwas mehr Handlung, etwas mehr Spannung gut vertragen könnte. Wenn ich nun sage: Jede Szene sollte für den weiteren Fortgang der Handlung notwendig sein“, dann ist das keine schlechte Regel, aber sie gilt in überhaupt nicht für die Nachbarin desjenigen, der gerade vorgelesen hat. Die schreibt nämlich eine literarische Annäherung an xy, sehr fragmentarisch und mit einem Sog, der wesentlich durch den Ton, durch die sprachliche Gestaltung entsteht. Und beginnt nun u. U. sich ganz unberechtigte Sorgen über ihren Text zu machen, oder schlimmer noch, beginnt ihn seiner originellen Stärke zu berauben, wenn sie diese Regel meint, anwenden zu müssen … Für die Regeln, die auf den jeweiligen Text zutreffen, finde ich das Bild der Armlehnen und der Unterstützung sehr schön und danke dir sehr dafür und für deine Gedanken dazu! Beste Grüße!

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      1. Danke dir, für deine Antwort!
        Ja, herauszufinden, wann welche Regeln angemessen sind- uh- das finde ich ganz schön schwierig…
        jetzt habe ich eine Frage an dich und weiß nicht so recht, ob sie hier angemessen ist. Wenn du sie nicht beantworten magst, dann ignoriere sie einfach – ich bin ziemlich neugierig manchmal:
        wie lange gibst du schon Schreibwerkstätten und was war zu Beginn deine größte Herausforderung dabei? (das ist eine Frage, die mich ja auch alleine schon durch mein Studium interessiert 😉 )
        Herzlichen Gruß!

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        1. Liebe „hausauspapier“, ich glaube es sind jetzt sieben Jahre, dass ich Schreibwerkstätten anbiete. Und größere Herausforderungen gab es einige. Es ist ja wie beim Schreiben selbst: es dauert, bis man seinen „Ton“ gefunden hat und es ist auch hier so, dass jeder mit anderen Herausforderungen zu kämpfen hat. Ich habe zum Beispiel Konzentrationsschwierigkeiten und daher entgeht mir manchmal ein Satz, eine Information, wenn TN aus ihren Texten vorlesen. Das ist blöd, aber wäre eigentlich nicht so schlimm, wenn die TN mir glauben würden, dass es meistens nichts mit ihrem Text zu tun hat. Aber das glaubt ganz selten jemand. Zum Glück ist es auch besser geworden, aber da muss ich mich manchmal schon ein bisschen „durchwursteln“.
          Und dann ist dieses „Wann-welche-Regel“-Thema natürlich auch ein Problem, weil die TN mir auch das oft nicht glauben: Dass nicht jeder Hinweis für alle gilt. Dass es durchaus sein kann, dass einem Text ein Konflikt, einer Figur ein Ziel fehlt und ich darauf hinweise, dass das aber keinerlei Konsequenzen für einen ganz anderen Text oder vielleicht auch eine andere Szene im selben Text hat. Ich habe schon öfter erlebt, dass TN aus allen Wolken fallen, wenn ich die Veränderungen, die sie an ihrem Manuskript vorgenommen haben, anspreche: Aber das hast du doch gesagt! Aber gesagt hatte ich das zu einem ganz anderen Text … Also vernünftig und verantwortungsbewusst damit umzugehen, dass Menschen, die schreiben oft ein großes Bedürfnis nach Orientierung und Rat haben, finde ich bis heute nicht ganz einfach. Ich bemühe mich daher sehr, immer deutlich zu machen, wo ich glaube, dass sehr viele professionelle LeserInnen meinen Eindruck teilen und bei welchen Fragen ich hingegen für möglich halte, dass andere zu einer ganz anderen Einschätzung kommen.
          Was ich jetzt nicht als erstes erwähnt habe, weil ich das glaube ich von Anfang an ganz gut konnte: andere ermutigen, etwas auszuprobieren und erstmal anzufangen. Das ist in meinen Augen das allerwichtigste – aber das weisst du ja ,-)

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  7. Jutta, du bist großartig im Ermutigen! Und es ist sehr spannend zu lesen, worauf in Schreibwerkstätten geachtet werden sollte. In deiner reflektierten Art darüber zu schreiben, steckt viel lesbare Erfahrung. Und ich kann es mir ehrlich gesagt gar nicht anders vorstellen, als dass deine TN sehr davon proftieren. Und falls du dir etwas mal nicht merken kannst, ist das doch sehr menschlich, denke ich. Abendliche Grüße! Pauline

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    1. Liebe Pauline (ich wusste zuletzt tatsächlich nicht mehr, wie du hier heisst – sorry!), über deinen Kommentar habe ich mich aber so richtig gefreut! Denn tatsächlich ist das ja mein „Lieblingsthema“: dass wir so viel mehr Möglichkeiten haben, als wir – gerade im kreativen Bereich – nutzen. Und es ist so oft weniger das Talent (was immer das genau sein mag), das uns fehlt, als Zutrauen und Mut. Und deswegen halte ich Ermutigung und das Schaffen von „Räumen“, die zum Ausprobieren und Loslegen einladen, für so wichtig.
      Und für das „Anleiten“ gilt ja ganz Ähnliches: Auch das kann man nur durchs Tun lernen und herausfinden, ob und wie es für eine gehen könnte. (Und falls du oder jemand, der oder die das liest, Skrupel hat: Gerade am Anfang würde ich mir überlegen, wo ich mich sicher und wohlfühle, wo ich meine eigenen Erfahrungen für andere hilfreich nutzen kann.) Und „AnfängerInnen“ kompensieren die Schwächen, die sie hier und da haben müssen, oft ja vollkommen dadurch, dass sie mit viel Engagement und Herzblut bei der Sache sind …
      Falls du das hier berichten magst: Wie sind denn deine Erfahrungen oder Pläne mit dem Anleiten?
      Sehr herzliche Grüße!

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      1. Liebe Jutta,
        jetzt komme ich dazu etwas zu antworten. Habe mich sehr über deine Antwort gefreut! Zunächst einmal: dass du den Namen nicht mehr wusstest, macht überhaupt nichts! Ist ja auch nicht so offensichtlich zu entdecken hier.
        Beim Nachdenken über die Frage, ist mir aufgefallen, dass das Beantworten echt nicht so leicht ist 😉 Ich konnte bisher schon in anderen Kulturbereichen Erfahrungen im Anleiten machen – so. z.B. im Bereich der Theaterpädagogik. Hatte mal eine Kinder-Theatergruppe, mit denen ich gemeinsam ein Stück geschrieben, entwickelt und als Abschluss aufgeführt habe. Und je länger ich über diese anderen Erfahrungen nachgedacht habe, desto mehr wird mir klar, wie ähnlich sie sich sind, wenn ich über die Anleitungsrolle nachdenke, was mir wichtig war oder ich als hilfreich für die TN erlebt habe.
        Ich denke, dass ich generell neugierig und begeisterungsfähig bin, und dass dies wirklich wichtig ist, um auch andere zu begeistern. Dann habe ich die Erfahrung gemacht, dass es einer Gruppe gut tut, wenn ich selbst authentisch bin und zeige, was mich bewegt, damit mein Handeln nachvollziehbar wird. (damit meine ich nicht, dass ich beginne ausschweifend von mir selbst zu erzählen, oder so- sondern, dass ich, wenn dies mal zutrifft, auch sage, wenn ich einen schlechten Tag habe, anstatt vorzugeben bester Laune zu sein- damit niemand eine Stimmung von mir auf sich bezieht.
        Dann neige ich dazu mir ziemlich viele Gedanken zu machen- viele Zwischentöne mitzubekommen. Das kann hilfreich sein, um in manchen Momenten direkt darauf eingehen zu können (wenn es mit dem Projekt zusammenhängt)– das kann aber auch oft hinderlich sein, weil ich dann viel zu viele Mini-Stimmungen aufnehme, die mich ablenken können. (das hat mich etwas daran erinnert, dass du schriebst, dass du manchmal Probleme mit der Konzentration hast.) Generell mag ich es sehr, wenn ich mitbekomme, dass einzelne Personen an Selbstsicherheit und Experimentierfreude gewinnen (und selbst dieses „mag ich es sehr“ scheint mir hier noch zu schwach. Ehrlich gesagt kann mich das völlig begeistern) – dann aber einzugreifen, wenn Jemand über das Ziel hinauszuschießen beginnt, so dass es für den Gruppenprozess schwierig werden kann- uh…da muss ich noch Einiges lernen!!
        Ja und auch darin individuell auf Einzelne einzugehen und gleichzeitig die Gruppe im Blick zu behalten. Und weil ich gerade bemerke, dass das gar nicht immer möglich sein wird, sollte ich mir erlauben, selbst Fehler zu machen.
        (In der Arbeit mit Kindern ist es vielleicht noch etwas anders, als in der der mit Erwachsenen? Kinder benötigen ja noch mehr Struktur und Regeln. Bei Kindern habe ich es auch so gemacht, dass sie selbst Gruppenregeln aufgestellt und aufgeschrieben haben und ich nur dann etwas dazu geschrieben habe, wenn mir was gefehlt hat)
        Meine Pläne: Ende der Woche beginne ich mit der biografischen Arbeit mit einer älteren, einzelnen Person. Was mir geholfen hat (Methode aus dem Studium), ist ein Perspektivwechsel vorzunehmen und mich zu fragen, was die TN über mich denken könnte und warum es evtl. sogar hilfreich sein kann, dass ich jünger bin, als sie. (betraf meine Unsicherheit wg. des Alters/Erfahrungsunterschieds) Und in fernerer Zukunft findet dann auch die 1. Eigene Schreibwerkstatt mit mehreren erwachsenen TN statt. Sehr herzliche Grüße! (und sorry, dass ich mich nicht kürzer fassen konnte) Pauline

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        1. Liebe Pauline, da geht es uns in vielen Punkten, scheint mir, sehr ähnlich. Ich habe das hier ja auch schon das ein oder andere Mal notiert,wieviel Freude es mir bereitet, andere in ihren Schreibprozessen zu unterstützen. Zu erleben, dass jemand vorankommt, dass die Projekte und Texte klarer werden, dass Selbstvertrauen und Zuversicht und damit oft ja auch die Ausdauer wächst … Und ich bin mir sehr sicher, dass du all das gut ausstrahlen kannst! Und wenn es mal Probleme geben sollte, findet sich sicherlich eine vertrauenswürdige Person, die du mal um Rat fragen kannst ,-)

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