Geständnisse in der Schreibwerkstatt

Karl hätte gerne eine von Peters Ideen. „Nur eine einzige, ach was, eine halbe deiner Ideen und ich …“ Alle wissen, wie sich Karl den Satz weiterdenkt: „… reich und berühmt wäre ich dann!“ Auch Katja hätte gerne eine Idee von Karl, aber noch lieber würde sie Dialoge schreiben können wie Elke. Elke hätte gerne den Ton von Nadine. „Tagelang könnte ich dir zuhören, da bräuchte überhaupt nichts passieren. Nur dieser wunderbare Erzählton … Wo nimmst du den bloß her!“ Nadine möchte aber, dass etwas passiert in ihren Texten. Aber was könnte das nur sein? Ein Mord auf keinen Fall. Vielleicht eine Liebe? Aber wie kitschig ist das denn, eine Liebesgeschichte!

Karl erinnert uns  an die Liebesgeschichte, die Sabine einmal geschieben hat. Sabine? Hat nie eine Liebesgeschichte geschrieben. Sagt sie. Auch die anderen können sich nicht erinnern. Doch, sagt Karl. Diese Lehrerin, die sich in einen Polizisten verliebt. Ein Polizist in Uniform! Niemand kann sich erinnern. „Großartig, du hast eine Idee!“, sagt Sabine.

„Ihr habt es alle gut!“, sagt Tim. „Ihr habt wenigstens irgendetwas, aber ich?“ „Aber du bist doch der disziplinierteste von uns allen!“, sagt Anne. „Du bist ja auch da, Anne.“ Katja winkt sie zu dem freien Platz neben sich. Anne entschuldigt sich, weil sie zu spät kommt. Sie kann nichts dafür, sie muss durch die halbe Stadt und kann nicht früher Schluss machen. Das geht schon seit zwei Jahren so.

„Ich muss euch was sagen“, sagt Anne. „Ich komme nicht von der Arbeit. Ich habe schon vor zwei Stunden aufgehört. Ich mache das immer so, rase wie eine Irre duch die Stadt und setze mich hier ganz in die Nähe in ein Café. Dann habe ich eine gute Stunde Zeit, um zu schreiben. Zu Hause schaffe ich es einfach nicht, mich aufzuraffen!“ „Du hast diese wunderbaren mehr als hundert Seiten im Cafe geschrieben? Einmal in der Woche? Das ist ja großartig!“ Peter kann es nicht glauben.

Sabine fragt, ob es Anne stören würde, wenn sie auch dorthin käme in das Cafe, sie würde sich auch an einen Nebentisch setzen. Peter bietet Karl drei abgelegte Ideen zur Auswahl an, Tim will auch eine, lieber zwei. Elke verspricht in Zukunft zum Geburtstag Dialoge zu verschenken und wünscht sich im Gegenzug einen ersten Satz von Nadine. Katja fängt nochmal mit dieser Liebesgeschichte an, sie hat eine Idee, sie hat mit dem Polizisten zu tun, aber ich kann sie nicht verstehen, habe den Raum verlassen. Die brauchen mich ja gar nicht mehr …

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