Warum Beschränkungen die Ideenfindung oft erleichtern

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Wie soll unser winziger Kopf so viel Welt in einen ersten Satz bringen? Dass alles möglich ist, dass wir die ganze Welt aufnehmen, verarbeiten, nutzen können, ist eine wunderbare Eigenschaft des Schreibens – aber es kann uns auch überfordern und entmutigen. Alles ist möglich, aber nichts drängt sich uns auf. Wie sollen wir nur zu einem ersten Buchstaben eines ersten Wortes eines ersten Satzes kommen? Wie zu einer, wenn auch nur vagen Idee? Wenn wir doch nur ein Netz hätten, mit dem wir in der „Welt“ fischen könnten …

FullSizeRender 25Ich bin überzeugt, dass gute „Schreibanregungen“ so funktionieren: Sie lassen aus der unendlichen Anzahl an Möglichkeiten eine begrenzte Zahl in den Vordergrund treten und helfen uns so, unser ganz individuelles „Netz“ auszuwerfen. Und was immer sich darin findet, bleibt Teil unserer Welt, verbindet sich mit „allem, was möglich ist“. Wir haben unserem Kopf nur eine Starthilfe gegeben. Und deswegen ist es auch ganz unerheblich, ob wir am Ende noch verwenden, womit wir ihn anfangs überlistet haben …

Obwohl Schreibanregungen also nicht unwichtig sind, kann überhaupt kein Zweifel daran bestehen, dass die eigentliche „kreative Leistung“ in der jeweiligen Umsetzung liegt. Da ich immer wieder die Erfahrung mache, dass Menschen in Werkstätten oder auch hier im Zusammenhang mit dem „Geschichtengenerator“ diesen eindeutigen Zusammenhang anzweifeln, wollte ich das mal klarstellen – und irgendwann gibt es hier auch mal vernünftige Fotos 😉

27 Comments

  1. Danke, Jutta, ist klar. Du hast keine Verantwortung für mein Geschreibsel, sondern hast nur die Vorlage geliefert. Wenn ich den Ball verschieße – so ist das nicht dein Fehler. 😉
    Spaß beiseite: Es ist sehr freundlich von dir, dass du uns dein Netz zur Verfügung stellst. Manchmal geht ein Fisch rein, manchmal will keiner nicht. Liebe Grüße von Gerda

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    1. Liebe Gerda, genau so ist es! Ist beim „echten“ Fischen ja auch so. Und mit ein bisschen Übung, entwickelt sich fast immer auch ein Gefühl dafür, wo vielleicht etwas zu holen wäre oder wann man das Netz auch einfach mal eine Weile auslegen muss … Auch an dich sehr herzliche Grüße!

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  2. Liebe Jutta, mit dem Netz, das wir auswerfen, mit dem wir in der Welt fischen, hast du wieder mal ein wunderbares Sprach-Bild gefunden. Und was die Fotos angeht: Hättest du nichts gesagt, ich hätte die Unschärfe des ersten für Absicht gehalten – um zu demonstrieren, dass wir bei so viel „Welt“, die auf unseren kleinen Kopf einwirkt, eben auch leicht mal im Trüben fischen. Und auf dem zweiten, plötzlich („with a little help from my friends“) ist dann selbst der Punkt ganz klar. 😉 Herzliche Grüße!

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    1. Liebe Dagmar, der Gedanke ist mir auch schon gekommen (ehrlich gesagt auch nicht erst vorgestern) und ich bin im Begriff mich nach einer Agentur, einem Verlag umzusehen … Solche freundlichen Rückmeldungen/Aufforderungen freuen mich daher im Moment ganz besonders! Auch dir schöne Ostertage und sehr herzliche Grüße!

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      1. Mir ist der Gedanke auch schon die Woche vorher gekommen 😉
        viel Glück dabei den richtigen Verlag zu finden. Klar, gibt es schon viele Ratgeber etcetera, aber ich finde du gibst der ganzen Sachen solch einen individuellen, originellen, sympathischen, leichten, spielerischen, kreativen und hilfreichen/anwendbaren Ansatz… (tief Luft holen) dass das ganze ein Bestseller werden kann!!!
        🙂

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