Social reading? LovelyBooks? Ausprobieren!

Ich gebe zu, dass ich im ersten Moment skeptisch war! Die „Wiederholten Verdächtigungen“ bei LovelyBooks? Der führenden Plattform für „Social Reading“? Und was ist das überhaupt genau, „Social Reading“? Ich sehe mich auf der LovelyBooks-Homepage um. Der erste Eindruck lässt meine Skepsis nicht schwinden: An Lovelybooks scheint mir keineswegs nur der Name sehr „mainstreamig“ zu sein.

Nein, das ist wahrscheinlich nichts für mich, denke ich – da schickt mir eine Freundin den passenden Link: „Unter Amateuren“ ist der Titel eines Erfahrungsberichtes von Katharina Lukoschek, veröffentlicht auf dem von mir sehr geschätzten „Litlog“, den Göttinger Studierende der Philologie betreiben.

Und das ist das Fazit: „Worum es in einer Leserunde wie dieser geht, ist also weder die oft behauptete, trotzige Abgrenzung eines literarischen Pöbels gegen den hermetisch abgeschlossenen Intellektualismus einer kleinen Kulturelite, noch ist es das, was manche Forscher und Kritiker als Selbstprofilierung des Nobody bezeichnen. Es ist auch kein Kaffeekranz oder Autorenvoyeurismus. Vielmehr hinterlässt die Leserunde den Eindruck, dass es um die Suche nach Gleichgesinnten geht, mit denen man gemeinschaftlich liest und diskutiert, wenn es nun mal keinen Lesekreis am Wohnort gibt.“

Meine Neugierde gewinnt die Oberhand und ich schaue mich ein weiteres Mal auf LovelyBooks um – und tatsächlich entdecke ich jetzt, auf den zweiten Blick, Autor:innen wie Ulrike Draesener, Gila Lustiger oder Thomas Melle – und begeisterte Teilnehmer:innen an deren „Leserunden“.

Leserunden scheinen das heimliche Herzstück von LovelyBooks zu sein, sie sind digitale „Lesekreise“: Die Teilnehmer:innen einer „Leserunde“ lesen ein Buch und tauschen sich darüber (abschnittsweise) aus. Weil solch echte Büchernärrinnen und -narren ein interessantes (Test)-Publikum sind, freuen sich die Verlage, wenn „Leserunden“ stattfinden und verschenken dafür Lese-Exemplare, die gewinnen kann, wer teilnehmen möchte. Und fragen ihre Autor:innen, ob sie sich vorstellen können, an einer solchen Runde teilzunehmen – und z. B. Fragen zu beantworten. Das kann ich mir nun allerdings sehr gut vorstellen – und deswegen probiere ich es jetzt einfach mal aus!

Wer Lust hat, an „meiner“ Leserunde teilzunehmen, muss sich dafür bei LovelyBooks registrieren (das ist kostenlos und jederzeit widerrufbar) und bereit erklären, am Ende eine kleine Rezension zum Text zu schreiben und (zumindest bei LovelyBooks) online zu stellen – und hat für die „Bewerbung“ um eins von zehn Rezensionsexemplaren Zeit bis zum 26.03.2015.

Natürlich werde ich hier berichten, wie es war. Und vielleicht hat auch jemand von Euch Lust, einen eigenen Eindruck davon zu gewinnen – das würde mich sehr freuen!

5 Comments

  1. Mir haben die Leserunden bisher immer sehr viel Spaß gemacht. In einem Seminar über Literaturkritik an der Uni, in dem wir über unsere eigenen Rezensionserfahrungen berichten sollten, wurde mein Hinweis auf lovelybooks mit “ ziemlich viele Leserinnen, wirbt mit Slogans wie ,Zeit für mich und Zeit für einen Krimi‘ und ist so pastellfarben – merkt euch pastellfarben“ kommentiert. Meinem Gefühl nach, war ich da gleich in einer Schublade, in die ich gar nicht rein wollte – aber kaum hatte ich die Plattform angesprochen, bin ich wohl vor dem geistigen Auge des Dozenten kopfüber in den Klischeekasten begeisterter Chick-Lit-Fans gehüpft, was mich im Nachhinein doch etwas geärgert hat.

    Die Beobachtungen stimmen zwar, aber das heißt nicht, dass sich nicht auch tolle Gespräche ergeben können. Meine bisherigen Leserunden zu In guten Kreisen von Amber Dermont oder Länger als sonst ist nicht für immer von Pia Ziefle, die ebenfalls mit diskutiert hat, waren richtig toll. Bei deiner Leserunde versuche ich auch mein Glück, vielleicht klappt es ja.

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    1. Ich befinde mich die meiste Zeit in dem Irrglauben, dass eine solche pauschalisierende Dünkelhaftigkeit kaum noch irgendwo anzutreffen ist – und schon gar nicht an Orten, die sich der „Aufklärung“ verpflichtet fühlen und bin dann ganz verdutzt, wenn ich davon höre, wie hier in deinem Bericht (vielen Dank dafür!) oder gerade zuletzt auch in manchen Berichten der „Bloggerpaten“ bei der Buchmesse – die ja überwiegend sehr positiv die neue „Offenheit“ thematisierten, die aber ja erst erwähnenswert wird, wenn Vorurteile zunächst im Raum stehen …
      Würde mich sehr freuen, wenn du mitmachst!

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