Ans Meer fahren

„Ich halte es für keine besonders gute Idee, gerade jetzt ans Meer zu fahren, hatte er gesagt, war aufgestanden und hatte begonnen, das Geschirr, das sich in den vergangenen Tagen während unseres ständigen Redens und vor allem eben Kaffeetrinkens angesammelt hatte, in die Spülmaschine zu räumen. Er brauchte sich nicht zu bücken, es waren nur Becher und Tassen und ein paar Gläser, es war nur Munition für die obere Lade der Maschine.
Wir hatten drei Tage nahezu nicht gegessen und wenn, dann eher im Vorbeigehen, als habe der Kühlschrank einen Anspruch darauf, gelegentlich geöffnet zu werden und weil man sich nicht sicher konnte, ob dieser Anspruch ein berechtigter war, tarnte man sein Vorgehen durch die Entnahme einer Scheibe Käse oder Wurst, vielleicht sogar eines Toastes und wenn ich mich unbeobachtet fühlte, dann durfte es auch mal ein Joghurt sein, der es eigentlich nicht sein durfte, weil wir uns in einer ernsten, einer sehr ernsten Beziehungskrise befanden, die unsere erste war, nach immerhin zwölf Jahren des Zusammenlebens, und von der wir nicht wissen konnten, ob es nicht zugleich die letzte war …“

Im Unterschied zu dem namenlosen Protagonisten dieses Textes (der seit Jahren auf seine Überarbeitung wartet) halte ich es gerade für eine überragend gute Idee, ans Meer zu fahren. Bis bald!

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