Schreibfreude (wieder)finden!

Weißer, zu einem "Aufsteller" gefalteter Karton mit dem handschriftlichen Text "Schreibfreunde"

Ich habe in dem gerade zu Ende gegangenen Jahr 2023 zum ersten Mal den Bildungsurlaub Schreibfreude (wieder) finden! angeboten. Im Ankündigungstext heisst es: „‚Wer reden kann, macht auf sich aufmerksam, wer schreiben kann, macht Karriere.‘ Schreiben ist in vielen Berufen wichtig. Aber auch Menschen, die in ihrem beruflichen Alltag viel schreiben (müssen), haben oft das Gefühl, es nicht oder nicht gut genug zu können. In dieser Situation kann kreatives Schreiben eine Möglichkeit sein, auf spielerische Weise die jeweilige Schreibkompetenz und Kreativität zu erweitern. Zunächst lernen Sie unterschiedliche Schreibanregungen kennen und können ausprobieren, welche Texte Ihre Schreibfreude wecken. In einem zweiten Schritt suchen Sie sich ein jeweils für Sie individuell passendes kleines Schreibprojekt und realisieren es.“

Ich hatte diese Ankündigung in einem verwegenen Moment verfasst. Verwegen, denn ich weiß aus vielfacher Erfahrung, dass die Suche nach der Schreibfreude ein Prozess ist, der oft Monate oder Jahre andauert und bei dem sich deswegen die Frage aufdrängen kann, ob wir nicht auch ganz gut ohne Schreibfreude auskommen können? So verführerisch es sich für manche anhört: Ich überzeugt, dass es sich beim Schreiben so verhält, wie der Künstler Felix Scheinberger es für das Zeichnen beschreibt: „Wenn wir es gerne machen, werden wir es oft machen. Wenn wir es oft machen, werden wir es gut machen.“ Aber wie kann es uns gelingen, gerne zu schreiben?

Vielleicht ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, wenn wir uns von der ja ganz offenbar falschen Vorstellung befreien, dass das Schreiben eigentlich leicht wäre – wenn wir uns nicht so blöd anstellen würden, wenn wir disziplinierter wären oder uns mehr anstrengen würden. Das Schreiben (ganz unabhängig davon, um welche Textsorte es sich handelt), ist schon deswegen eine komplexe Angelegenheit, weil wir immer mit zwei ganz unterschiedlichen Ebenen gleichzeitig beschäftigt sind: Erstens mit dem Gegenstand oder Inhalt (der selten klar und eindeutig und leicht überschaubar vor uns liegt, ganz unabhängig davon, ob es sich z. B. um ein wissenschaftliches Thema oder eine erfundene fiktive Welt handelt) und zweitens dem Schreiben selbst, also der Suche nach einer Übertragung dieses Inhalts in Schriftzeichen, die einer (ebenfalls schwer überschaubaren) Ordnung oder Logik folgen sollten.

Meine Erfahrung ist, dass Menschen oft überzeugt sind, die Probleme, in die sie beim Schreiben geraten, lägen auf der zweiten Ebene („ich kann einfach nicht schreiben“), während sie tatsächlich auf der ersten Ebene liegen (ein Satz oder Text ist unklar, weil der Inhalt unklar ist). Wenn wir uns also den Gedanken erlauben, dass das Schreiben eines guten Textes eine wirklich komplizierte Angelegenheit ist, dann folgt daraus mit einer gewissen Konsequenz, dass wir es uns gerade am Anfang und um überhaupt einen Zugang zum Schreiben zu finden, so leicht wie möglich machen sollten, ja, dass uns eigentlich kaum etwas anderes übrig bleibt.

Aber was bedeutet das konkret? Wie kann ich es mir beim Schreiben leichter machen? Darauf gibt es keine, kann es keine allgemeingültige Antwort geben: was uns jeweils das Schreiben schwer macht, setzt sich aus ganz unterschiedlichen Faktoren zusammen – weswegen es Teil des jeweils individuellen kreativen Prozesses ist, auf die Suche danach zu gehen, wo das Schreiben „leichter“ wird, wo es uns „hinzieht“, wo es uns plötzlich Freude bereitet. Deswegen kann ich es mir für meine Schreibwerkstätten gar nicht anders vorstellen, als dass alle sich auf ihren eigenen Weg machen und dabei von mir mit individuell abgestimmten Schreibanregungen oder -„aufträgen“ unterstützt werden, auf dass sie sich von ihrer Schreibfreude einerseits und meinen Vorschlägen andererseits den Weg zu einem „kleinen Projekt“ oder einem Schreibthema weisen zu lassen. 

Das hat bei dem Bildungsurlaub im vergangenen Jahr so gut geklappt und zu so viel neuer (und noch immer anhaltender!) Schreibfreude geführt, dass es mir gerade kein bisschen verwegen vorkommt, für die zweite Ausgabe hier ein bisschen Werbung zu machen:

Der Kurs findet vom 26.02.2024 – 01.03.2024 in der sehr schönen, toll ausgestatteten Bildungsstätte der WISOAK in Bad Zwischenahn statt, wo aus der Schreibfreude die Schreibfreunde wurden (s. Bild), was auch ganz schön gepasst hat … Der Kurs ist als Bildungsurlaub in Bremen, Niedersachen und NRW anerkannt. Anmeldung und weitere Informationen finden kann man hier: von Schreibfreude (wieder)finden! . Anmelden kann man sich seit kurzem auch für die beiden Kurse der Sommerakademie der VHS Diepholz in Bassum, die ich seit vielen Jahren anbiete.

Wer Fragen zu den Kursen hat, kann sich gerne direkt an mich wenden (juttareichelt@posteo.de) oder sie natürlich auch hier im Kommentarbereich loswerden!

6 Kommentare

    1. Liebe wolkenbeobachterin, ein gutes neues Jahr wünsche ich dir auch ganz herzlich! Und vielen Dank auch für die guten Wünsche für den Workshop! (Das ist ja das tolle an meinem Job: Andere in ihren Schreibprozessen zu unterstützen macht fast so viel Spaß wie selbst schreiben …. ;))

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