(1) Meine Geschichte(n) schreibe ich selbst!

„Meine Geschichte(n) schreibe ich selbst!“ ist der rote Faden, der meine unterschiedlichen Aktivitäten (Schreiben, Bloggen, Unterstützen von Schreibprozessen in Werkstätten) miteinander verbindet. So kommt es mir jedenfalls vor. „Meine Geschichte(n) schreibe ich selbst!“ bedeutet für mich vor allem: Ermutigung! Ermutigung zum Schreiben überhaupt und zum Schreiben der eigenen (Lebens)-Geschichten! Das kann auch bedeuten: Ich lasse mir nicht (mehr) reinreden! Ich bestimme selbst über meine Lebens-Geschichte!

Zum ersten Mal formuliert habe ich dieses Motto vor mehreren Jahren, als ich über ein Schreibprojekt für Schulen nachdachte. Ich arbeitete damals gelegentlich als Honorarkraft mit SchülerInnen und war betroffen, wie rechtlos und ausgeliefert sich viele von ihnen fühlten. Aus meinem Projekt ist (zumindest) damals nichts geworden, umso mehr freue ich mich, auf dieses „Fundstück“ hinweisen zu können, das Kinderrechte mit künstlerischen Mitten bunt und nachdrücklich stärkt:

„Monster.Kunst.Kinder.Rechte“ ist der Titel einer Ausstellung der Künstlerin und Juristin Inger-Kristina Wegener, die aktuell im Berliner Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz zu sehen ist.

15 Comments

  1. Gestern habe ich gemeinsam mit ein paar anderen einen Tag beim Schreiben verbracht. Mag sein, dass ich zuweilen zu viel Selbstvertrauen an den Tag lege, aber deine Überschrift, die wünsche ich jedem, würde ich manchen gerne hinter die Ohren schreiben oder gar auf den Latz knallen. Also ganz liebevoll aber auch bestimmt.

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    1. Vielen Dank für diesen schönen Kommentar! Wenn du geegentlich ein Video besisteuern könntest: mich würde sehr interessieren, wie „liebevolles hinter die Ohren schreiben“ aussehen könnte – ich hätte da ab und zu auch Bedarf 😉

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  2. Liebe Jutta,
    da hast Du mich mit Deinem Text erwischt und ich musste gleich an Peter Altenberg denken und einen kleinen Post daraus machen, auch, wenn Dein Ansatz ein etwas anderer ist bzw. eine etwas andere Zielrichtung hat.

    Aber Dein Satz

    „Ich lasse mir nicht (mehr) reinreden! Ich bestimme selbst über meine Lebens-Geschichte!“

    ist einer, der auch auf Altenberg passt, auch wenn es bei ihm nicht wirklich gut ausgegangen ist. Aber geschrieben hat er immer, was er wollte – und am Ende war es dann auch seine (Lebens-)Geschichte.

    Danke für den anregenden Text und liebe Grüsse
    Kai

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    1. Lieber Kai, ich habe sehr große Freude an deinem Beitrag und überhaupt an den wechselseitigen Anregungen! Und bin selbst fast ein bisschen überrascht, wie viele unterschedliche Lesarten und Bedeutungen der kleine Satz „Meine Geschichte(n) schreibe ich selbst!“ für mich besitzt. Vielleicht werde ich dem demnächst noch etwas genauer nachgehen … Ich grüße dich herzlich!

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        1. Lieber Kai, mir geht es sehr ähnlich – dass Gedanken, Ideen oder auch Texte von einem Blog zum anderen wandern, vielleicht wiederaufgenommen werden und das alles auf eine offene, spielerische Weise – das scheint auch mir ein echtes Geschenk zu sein … Herzliche Grüße!

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  3. Liebe Jutta,
    mit großer Freude lese ich Deinen Blog. Manchmal kommt es mir vor, dass die Beiträge wie ein Tsunami auf mich zu rollen. Bevor ich mich retten kann, kommt schon die nächste Welle. Ich fühle mich dem, mit unter hilflos ausgeliefert.
    “Monster, Kunst, Kinder, Rechte“.
    Ja, wir können Geschichten schreiben. Selbst schreiben. Niemand sollte, oder darf uns reinreden.
    Die Geschichte des (meines) Lebens, können wir nur nach erzählen, auch wenn wir uns noch so sehr bemühen.
    Egal welche Entscheidungen wir treffen, wohin wir uns bewegen, diesen Text verfassen nicht wir. Das Leben schreibt seinen eigenen Text. Wir werden an einen Platz gestellt und müssen, oder können agieren.
    Die Geschichte eines Kindes wird nur eingeschränkt beeinflusst, indem wir ihm die Chance zur Entwicklung geben. Raum geben. Liebe, Wertschätzung, Aufmerksamkeit.
    Haben wir ein behindertes Kind, mischt noch eine Vielzahl anderer Menschen mit, zum Wohl des Kindes.
    Lieben Gruß

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    1. Liebe Monika, ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich von mir aus den Vergleich zwischen diesem Blog und einem Tsunami als Kompliment empfunden hätte – aber ich freue mich natürlich, wenn mein Schreiben auf so ein waches Interesse stößt wie es bei dir der Fall ist 😉
      Was die Frage betrifft, ob das Leben oder wir selbst unsere Geschichte schreiben, schenke ich dir zum Geburtstag meinen Widerspruch: „Das Leben“ kann uns übel mitspielen, es kann uns an die Wand drücken, aber eine „Geschichte“ vermag es nicht zu erzählen, das können (müssen?) allein wir selbst … Herzliche Grüße!

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  4. Irgendwo in Berlin oder Leipzig — mein Gedächtnis! — sah ich eine Kinderkunstgalerie, genau dieser Name stand an einem rötlich-siena-farbigen (Wohn-)Haus. Ich seh das Haus und die Aufschrift vor mir …

    Warum Kindern das aberzogen wird/werden soll, was später bei den „Naiven“ wieder hohe Kunst ist, erschließt sich mir meist auch nicht. Gut, eine gewisse Grundbildung muß sein, denn ohne Sprachbeherrschung wäre Dada auch nicht möglich gewesen: Aber warum jemanden erst uniformieren, um ihn danach zur Entwicklung eines individuellen Ausdrucks aufzufordern?

    Ich befürchte, daß das Nebeneinander oft unerwünscht ist und/oder vergessen wird … Und das all das, „was es so nicht geben darf und also auch nicht gibt“, der Zensur durch beliebige „Instanz“ einsetzen zum Opfer fällt. Ermutigung? Etwa zu selbständigem Denken, Handeln, auch einmal gegen das allgemein übliche? Ist das in dieser Gesellschaft, in der marktkonformen Demokratie überhaupt noch erwünscht?

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    1. Lieber Emil, ich habe mich sehr über deine Zeilen gefreut – und teile dein Unverständnis! Obwohl sich so vieles an den Schulen geändert hat, scheinen sie mir doch noch immer für viele Kinder ein Ort zu sein, der das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten eher mindert als fördert. Und das ist dann oft kaum oder nur mit größten Anstrengungen zu verändern … Ich grüße dich herzlich!

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